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Kreis Coesfeld (NRW)

Fläche: 1.110 km² / Bevölkerung: 219.784
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Rubrik: Gesundheit, Medizin & Ernährung

Viertes Treffen mit Medizinstudierenden: Initiative lädt in die Christophorus-Kliniken nach Nottuln ein
LFP Redaktion

Viertes Treffen mit Medizinstudierenden: Initiative lädt in die Christophorus-Kliniken nach Nottuln ein

Kreis Coesfeld - Alte Menschen, oder etwas zeitgemäßer ausgedrückt: Menschen im höheren Lebensalter, stehen bei dem nächsten Treffen im Vordergrund, zu dem die AG „Zukunft der ärztlichen Versorgung im Kreis Coesfeld“ Medizinstudierende einlädt. Dass die Behandlungsmöglichkeiten in Nottuln absolut zeitgemäß sind, davon können sie sich am 26. September 2018 (Mittwoch) ab 18:00 Uhr vor Ort überzeugen – während eines gut zweistündigen Informationsabends. In Nottuln werden in der Geriatrie und der benachbarten Gerontopsychiatrie sowohl ältere Menschen mit körperlichen wie auch psychischen Leiden behandelt. Nach umfangreichen Bau- und Umstrukturierungsmaßnahmen sind dort modernste Behandlungszentren entstanden. Neben der Vorstellung der Geriatrie und der Gerontopsychiatrie stehen diesmal Famulaturen, Praktisches Jahr (PJ) und der Berufseinstieg thematisch im Vordergrund. Außerdem werden Reanimation und Fahrtauglichkeitsprüfung weitere Aspekte sein. Abschließend bietet sich Gelegenheit zum informellen Austausch. Die Initiative möchte insbesondere angehende Medizinerinnen und Mediziner ansprechen, die mit der Region schon vertraut sind, und ihr Interesse wecken oder fördern, sich eines Tages wieder hier anzusiedeln. Seit einigen Jahren wird u.a. über den E-Mail-Verteiler med.info@kreis-coesfeld.de Kontakt gehalten, regelmäßig über die ärztliche Versorgung im Kreis informiert und zu diesen jährlich stattfindenden Treffen eingeladen. Mittlerweile haben sich für den Verteiler mehr als 40 Medizinstudierende angemeldet. Diese studieren zwar bundesweit, haben aber gleichwohl einen heimatlichen Bezug zum Kreis. „Heimatliche Gefühle allein reichen aber nicht, um sich hier eine berufliche Existenz aufbauen zu wollen“, so Hausarzt Dr. Klaus Wessling, der in der Initiative die niedergelassene Ärzteschaft vertritt. Der Nottulner Chefarzt Dr. José-Manuel Borde-Ondarra gehört dort zu den Vertretern des stationären Parts und ergänzt: „Die jungen Leute müssen fachlich überzeugt sein.“ Wenn erst einmal bekannt sei, welche Möglichkeiten im Kreis bestehen, falle die Entscheidung oft schnell in die passende Richtung. „Wir haben beispielsweise sehr viele PJler, die anschließend bei uns im Haus bleiben“, so Dr. Borde-Ondarra weiter. Die Christophorus-Klinken, die auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Münster sind, belegen seit Jahren im bundesweiten PJ-Ranking einen der Spitzenplätze. Eingeladen zu dem Treffen in den Christophorus-Kliniken am Nottulner Standort sind auch an einem Medizinstudium Interessierte. Anmeldungen zum Info-Abend und für den E-Mail-Verteiler sind bis zum 19. September 2018 per E-Mail an med.info@kreis-coesfeld.de möglich.
Unerwünschte Wirkungen von Medikamenten vermeiden
LFP Redaktion

Unerwünschte Wirkungen von Medikamenten vermeiden

Kreis Coesfeld - Bei der mehrwöchigen Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln ist Vorsicht geboten: Unerwünschte Wirkungen drohen. Mögliche Medikationsfehler sind zudem zu beachten, wenn mehrere Medikamente, insbesondere für ältere Menschen oder für Kinder, verschrieben werden. Wie diese Risiken vermieden und die Arzneimittel-Therapiesicherheit bei der Behandlung von Menschen mit Mehrfacherkrankungen verstärkt werden kann, wurde nun zum Abschluss der interdisziplinären Fachabendreihe im Alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup dargestellt. Jeweils rund 100 Fachkräfte aus den Bereichen Medizin, Pharmazie, Pflege, Sozialarbeit und anderen Berufsfeldern hatten die insgesamt drei Fachabende besucht, die erstmals in dieser Form in einer breit angelegten Gemeinschaftsaktion im Kreis Coesfeld angeboten wurden. Die Organisatoren der Veranstaltergemeinschaft zeigten sich sehr zufrieden und dankten für die große Resonanz und Unterstützung. Ein länger als zwei Monate andauernder Gebrauch von rezeptpflichtigen Beruhigungs- und Schlafmitteln sei nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen die richtige Behandlung, warnte Dr. Rüdiger Holzbach, Chefarzt am Klinikum Arnsberg und bundesweit renommierter Experte zum Thema „Medikamentenmissbrauch“, in seinem Impulsvortrag: Mit der Einnahmedauer verlören diese häufig verschriebenen Medikamente durch die rasche Gewöhnung nicht nur an Wirkung, sondern es wachse das Risiko für eine Wirkumkehr – etwa mit verstärkter Unruhe, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Überlastungsgefühlen. Würde dann die Dosis gesteigert, erhöhe sich die Gefahr für weitere erhebliche Beeinträchtigungen und eine Suchtentwicklung: Manche Medikamente machten dabei schneller abhängig als Alkohol. Um unerwünschte Wirkungen und Entzugserscheinungen zu vermeiden, solle das Medikament aber keinesfalls abrupt abgesetzt, sondern schrittweise unter ärztlicher Aufsicht abdosiert werden, erläuterte der Behandlungsexperte. Über weitere Maßnahmen – Medikationsfehler durch eine gezielte Zusammenarbeit insbesondere von Arzt, Apotheker, Pflegekraft und Patient zu vermeiden – referierten Dr. Oliver Schwalbe von der Apothekerkammer Westfalen-Lippe und Isabel Waltering vom Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie der Universität Münster. Ihre Erfahrungen zum Medikationsmanagement sowie zum Beruhigungs- und Schlafmittelgebrauch beleuchteten auf dem anschließenden Fachpodium eine Pflegedienstleiterin, ein Sozialarbeiter, jeweils ein Sprecher der Apotheker und der Altenheime im Kreis, die Vorsitzende des Coesfelder Ärzterings, aber auch Chefärzte des St. Marienhospitals Lüdinghausen und der Fachklinik Release in Ascheberg. Ein positives Fazit zum Abschluss der interdisziplinären Fachabendreihe, die sich den Themen Sucht, Begleiterkrankungen und Arzneimitteltherapie gewidmet hatte, zogen Andrea Schmäing (IBP e.V.) und Ulrich Flasche (AWO Sucht- und Drogenberatung) als Sprecher des „Arbeitskreises Sucht im Kreis Coesfeld“. Stellvertretend für das Organisationsteam der Veranstaltergemeinschaft dankten sie den insgesamt rund 300 Fachkräften für ihre Teilnahme, den zusammen 25 Referenten für ihre Vorträge und den vielen Unterstützern im Hintergrund für das gute Gelingen. Besondere Anerkennung sprachen sie den Verantwortlichen von Klinik am Schlossgarten Dülmen, Christophorus-KIiniken, Caritasverband, Kreis Coesfeld sowie AWO und IBP für ihre personellen und finanziellen Beiträge als gemeinsame Veranstalter aus. Nähere Informationen zu den Fachvorträgen aller drei Fachabende stehen in Kürze im Internet unter www.drocoe.de zum Download bereit.
„Alle Jahre wieder …“ Neuauflage der Grippeschutz-Kampagne im Kreis Coesfeld
LFP Redaktion

„Alle Jahre wieder …“ Neuauflage der Grippeschutz-Kampagne im Kreis Coesfeld

Kreis Coesfeld - Wer „Alle Jahre wieder…“ nicht nur aufs Weihnachtsfest bezieht, sondern auch auf die Grippeschutzimpfung, erhöht die Wahrscheinlichkeit, guter Dinge ins „Oh du fröhliche“ einstimmen zu können. Eine Grippe kann man nie gebrauchen. Leider nimmt die Grippesaison aber gerade in der Weihnachtszeit oft Fahrt auf. Die von der Gesundheitskonferenz des Kreises Coesfeld gegründete AG Impfschutz erinnert in diesen Wochen kreisweit deshalb mit Postern und Postkarten an den Grippeschutz. Darauf mahnt ein ins Schwitzen geratener Weihnachtsmann sozusagen in eigener Sache: Damit Sie Weihnachten nicht flachliegen! „Die durch eine Grippe drohende Gesundheitsgefahr wird nach wie vor deutlich unterschätzt“, so Celine Klostermann, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes des Kreisgesundheitsamtes und eine der AG-Sprecherinnen. Der Impfschutz gegen eine Grippe müsse jährlich erneuert werden, um auf sich stetig verändernde Viren gut vorbereitet zu sein. Eben alle Jahre wieder. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes (RKI) legt verschiedenen Personengruppen eine Grippeschutzimpfung besonders ans Herz. Dazu zählen neben älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen auch „Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können“ sowie „Personen mit erhöhter Gefährdung, z. B. medizinisches Personal“ und „Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr“. Über Möglichkeiten, sich vor Grippe zu schützen, informieren unter anderem Hausärztinnen und Hausärzte, Apotheken, Krankenkassen und das Gesundheitsamt. Das RKI bietet auf seinen Internetseiten Antworten auf häufig zum Thema Grippe gestellte Fragen an: www.rki.de (Suchbegriff: „Saisonale Influenzaimpfung“).
Gemeinsame Fachabende: Interdisziplinärer Austausch zu Sucht, Begleiterkrankungen und Arzneimitteltherapie
LFP Redaktion

Gemeinsame Fachabende: Interdisziplinärer Austausch zu Sucht, Begleiterkrankungen und Arzneimitteltherapie

Wie kann man Menschen mit Mehrfacherkrankungen optimal behandeln? Wie sieht zum Beispiel eine lückenlose Anschlussversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt aus? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefern drei Fachabende, die in dieser Form erstmals im Rahmen einer breit angelegten Gemeinschaftsaktion angeboten werden – unter Federführung des "Arbeitskreises Sucht im Kreis Coesfeld". Die Auftaktveranstaltung ist für kommenden Mittwoch (11. Oktober 2017) geplant; zwei Folgetermine finden am 29. November 2017 und am 24. Januar 2018 statt. Veranstaltungsort ist jeweils der „Alte Hof Schoppmann" in Nottuln-Darup, wo dann jedes Mal von 17:30 Uhr bis 20:30 Uhr getagt wird. Am ersten Fachabend beschäftigen sich Fachreferate und eine Podiumsdiskussion mit dem Themenschwerpunkt "Sucht, psychische Begleiterkrankungen und Psychopharmakotherapie". Eingeladen sind alle an der gesundheitlichen und sozialen Versorgung im Kreis Coesfeld beteiligten Stellen und Einrichtungen – insbesondere Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Pflegekräfte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie Fachkräfte in der Suchtkrankenhilfe. Die Fachabendreihe ist eine Gemeinschaftsaktion 18 verschiedener Träger und Kooperationspartner mit Verantwortung in diesem Bereich und wird im Rahmen des "Landesaktionsplans gegen Sucht NRW" veranstaltet. Gemeinsam wird angestrebt, den fachlichen Austausch und die interdisziplinäre Zusammenarbeit an den Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu fördern. Aktuelle Neuregelungen zur patientenorientierten Versorgung – wie etwa zum Medikationsplan und zum Entlassmanagement im Falle einer Krankenhausbehandlung – bieten dazu konkrete Anlässe. Der zweite Fachabend am 29. November 2017 (ebenfalls ein Mittwoch) befasst sich exemplarisch mit bewährten Behandlungsverfahren zum Bereich "Sucht, körperliche Begleiterkrankungen und Arzneimitteltherapie“. Am 24. Januar 2018 (Mittwoch) geht es dann um die Bedeutung von Medikationsmanagement, Arzneimitteltherapiesicherheit und Medikamentenmissbrauch bei der Versorgung von Menschen mit Mehrfacherkrankungen. Die Teilnahme ist jeweils gebührenfrei. Die Abende sind von der Ärztekammer und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe als Fortbildungsmaßnahmen anerkannt. Anmeldungen nimmt zentral die AWO Sucht- und Drogenberatungsstelle in Dülmen entgegen – unter Telefon 02594 / 91000, der Faxnummer 02594 / 910030 oder per E-Mail an u.flasche(at)awo-msl-re.de. Nähere Informationen zum Programm und zur Teilnahme finden sich in der Einladung und im Faltblatt, die auf der Seite www.drocoe.de zum Download bereit stehen.
Kreis Coesfeld: Blinden- und Gehörlosengeld
LFP Redaktion

Kreis Coesfeld: Blinden- und Gehörlosengeld

Kreis Coesfeld - Rund 1,8 Millionen Euro hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im vergangenen Jahr an blinde und hochgradig sehbehinderte sowie gehörlose Menschen im Kreis Coesfeld ausgezahlt (2015: 1,8 Millionen Euro). 2016 erhielten 539 Menschen diese Hilfe, um den finanziellen Mehraufwand, den ihre Behinderung mit sich bringt, auszugleichen (2015: 555). Blinden- oder Gehörlosengeld erhalten Menschen in Westfalen-Lippe, deren Seh- oder Hörvermögen stark eingeschränkt oder gar nicht mehr vorhanden ist. Durch die Sinnesschädigung fallen häufig erhebliche Kosten an, die nur zum Teil von den Krankenkassen abgedeckt werden. Die vom LWL ausgezahlten Gelder sollen diese Ausgaben ausgleichen. Sie werden unabhängig von Einkommen und Vermögen des Betroffenen gezahlt. Derzeit stehen blinden Erwachsenen unter 60 Jahren monatlich 681,70 Euro zu. Ab dem 60. Lebensjahr beträgt das Blindengeld 473 Euro. Kinder und Jugendliche erhalten 341,44 Euro. Stark hörgeschädigte, hochgradig sehbehinderte oder taube Menschen haben Anspruch auf eine Hilfe von monatlich 77 Euro. 2016 haben westfalenweit 24.501 (2015: 24.785) Menschen mit Sinnesbehinderung Blinden und Gehörlosengeld in Höhe von mehr als 82 Millionen Euro (2015: rund 82 Millionen Euro) vom LWL erhalten. Um Leistungen zu erhalten, müssen Betroffene beim Landschaftsverband zuvor einen Antrag stellen. Formulare sind bei allen Sozialämtern erhältlich. Sie können auch direkt bei der LWL-Behindertenhilfe Westfalen angefordert werden. Weitere Informationen gibt es unter http://www.lwl.org/LWL/Soziales/Behindertenhilfe.
Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling
LOOKAT Redaktion Münster

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

Am 8. Dezember 2016 war die kleine Michalina Binek mit einem mehrfachen komplexen Herzfehler auf die Welt gekommen. In ihrer Heimat Polen konnten die Ärzte dem Mädchen nicht helfen und schickten es deshalb ans UKM (Universitätsklinikum Münster) zu Prof. Edward Malec, Chefarzt der Abteilung für Kinderherzchirurgie. Er operierte den Herzfehler Anfang des Jahres erfolgreich. Trotzdem kam Michalina auch in den Wochen nach der OP nicht ohne Beatmung aus: Ihre Eltern, Aleksandra und Rafal Binek, mussten also weiter darauf warten, ihre Tochter endlich auch ohne Schläuche in die Arme schließen zu können. Grund dafür, dass das Mädchen nicht selbständig atmete, war, dass das Bronchialssystem nach der Herzoperation stark komprimiert wurde. „Insbesondere der linke Hauptbronchus zwischen Herz und Aorta war zu 90 Prozent verengt“, sagt Oberarzt Dr. Claudius Werner, Leiter des Bereichs Pädiatrische Pneumologie. Einzig denkbare Lösung: das Einsetzen eines Stents (siehe Info-Kasten unten), also eines Platzhalters, der die Bronchialwege offenhalten sollte. „Erwachsene bekommen in solchen Fällen problemlos einen Stent implantiert“, weiß der Oberarzt und Leiter der interventionellen Pneumologie am UKM, Dr. Michael Mohr. Normalerweise werden bronchiale Stents in Abständen von sechs bis acht Wochen gewechselt: Dazu ist jeweils erneut ein Eingriff nötig. „Das Entfernen des alten Stents ist aber mit einem deutlich erhöhten Risiko von Komplikationen wie Blutungen verbunden. Michalina wollten wir das doch sehr invasive Verfahren ersparen und haben uns deshalb für eine selbstauflösendes Implantat entschieden.“ Weltweit gibt es nur einen Hersteller solcher spezieller Stents – dort wurde ein maßangefertigtes Modell geordert, das eigentlich für die Anwendung in der Speiseröhre entwickelt wurde, aber auch im Bronchialsystem verwendet werden kann. Mitte April setzte Mohr Michalina das Implantat ein: „Die Bronchien haben bestenfalls einen Durchmesser von fünf Millimetern – ich hatte großen Respekt davor“, erinnert er sich, Und sein Kollege Werner aus der Kinderheilkunde sagt: „Aus meiner Warte ist Michalina ja schon ein vergleichsweise ‚großer‘ Patient – ich hatte eher Angst, der Eingriff könnte insgesamt vielleicht nicht gelingen. Bei einem so kleinen Kind wurde in Deutschland unseres Wissens nach noch nie ein selbstauflösender Stent verwendet.“ Trotzdem beschlossen Werner und Mohr gemeinsam, den Eingriff erstmals durchzuführen. Heute, fünf Wochen nach dem Eingriff, ist Michalina die Beatmungsschläuche los: Auf dem Arm ihrer Mutter kann sie langsam die Welt kennenlernen. Der Stent in ihren Bronchien sitzt gut, muss aber trotzdem möglicherweise nach der Auflösung ersetzt werden. Doch das Komplikationsrisiko ist minimiert, weil er einfach immer wieder an dieselbe Stelle gesetzt werden kann. Auch weitere Herzoperationen bleiben dem Mädchen sicher nicht erspart – zudem müssen ihre Eltern mit ihr regelmäßig zur Nachsorge zu den Experten nach Münster reisen. Dank der interdisziplinären Behandlung aber ist für Michalina ein normales Leben wahrscheinlich. Info: Ein Stent ist ein medizinisches Implantat bzw. ein künstlicher Platzhalter, der in Gefäße, in die Speiseröhre, aber auch in Atem- oder Gallenwege eingesetzt werden kann. Es handelt sich um eine Art Gittergerüst in Form eines Röhrchens aus Metall oder Kunststoff. Je nach Einsatzort im Körper gibt es unterschiedliche Größen und Formen.

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