Rubrik: Kunst, Kultur & Musik

Multimediale Friedenstouren durch Münster
LFP Redaktion

Multimediale Friedenstouren durch Münster

Münster - Auch wenn die Friedensausstellung endet, überdauert die gemeinsam entwickelte App "Friedensorte in Münster" diese Zeitspanne. Anlässlich der Ausstellungskooperation "Frieden. Von der Antike bis heute" haben das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, das Archäologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), das Bistum Münster sowie das Stadtmuseum Münster die App entwickelt. Sie richtet sich primär an Jugendliche und junge Erwachsene und nimmt das Stadtbild von Münster in den Blick. "In Münster gibt es so viele Orte, die uns heute noch deutlich machen, wie eng die Stadt in ihrer wechselvollen Geschichte mit den Themen Krieg/Konflikt und Frieden verwoben ist", sagt Doris Wermelt, Kunstvermittlerin im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Orte wie der Friedenssaal im historischen Rathaus, in dem 1648 der Spanisch-Niederländische Friede beschworen wurde, oder die Täuferkörbe an der Lambertikirche als Zeichen religiöser Auseinandersetzungen liegen auf der Hand. Auch Kunstwerke namhafter Künstler im öffentlichen Stadtraum werden thematisiert wie beispielsweise die Skulptur "Toleranz durch Dialog" von Eduardo Chillida aus dem Jahr 1992/93, die direkt unter den Fenstern des Friedenssaals platziert ist. Das Werk setzt sich aus zwei Bänken zusammen, die sich gegenüberstehen. Genauso standen sich auch die verschiedenen Parteien während der Friedensverhandlungen gegenüber. Der Künstler greift dieses Moment auf und schafft durch die Sitzgelegenheit einen Ort des Dialogs und des Austauschs. Die App bietet tiefergehendes Text- und Bildmaterial und navigiert die Nutzer durch die Stadt. Touren mit unterschiedlichen Schwerpunkten stehen zur Auswahl. Videos zeigen bekannte Plätze aus zum Teil ungewöhnlicher Perspektive, ein Quiz lädt zum Mitmachen ein. Die Texte werfen zudem Fragen auf und verknüpfen die regionale Geschichte mit einer internationalen Perspektive auf das Thema Frieden, dessen Aktualität und Relevanz. Die Erkundungs-App kann auch nach dem Ende der Ausstellung im App-Store kostenlos heruntergeladen werden. Sie lädt jederzeit zu einer interaktiven Friedenstour durch Münster ein und kann für Lerngruppen in den Schulunterricht eingebunden werden. Die Ausstellungskooperation steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und ist als Gemeinschaftsprojekt "Frieden.Europa" von Münster und Osnabrück ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr. Die Ausstellung wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Kunst³ für das LWL-Museum für Kunst und Kultur, der Sparkasse Münsterland Ost, der Friede Springer Stiftung und weiteren Förderern.
Das LWL-Museum für Kunst und Kultur bekommt 150 Multiples von Joseph Beuys geschenkt
LFP Redaktion

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur bekommt 150 Multiples von Joseph Beuys geschenkt

Münster - Mit insgesamt 150 Multiples von Joseph Beuys (1921-1986) hat das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster jüngst eine umfangreiche Schenkung der Familie Rotert aus Osnabrück erhalten. Eine Auswahl, darunter Objekte, Postkarten, Fotografien und Grafikeditionen, zeigt das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in der Ausstellung "Hülle und Kern. Multiples von Joseph Beuys" vom 29. November 2018 bis zum 29. September 2019. Multiples sind Objekte, von denen mehrere Exemplare hergestellt werden. Diese Kunstform entstand zu Beginn der 1960er Jahre und sollte es ermöglichen, Kunstwerke einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, als das bei Einzelstücken möglich war. Das entsprach genau dem demokratischen Ansatz von Kunst in dieser Zeit. "Diese Schenkung ist ein Glücksfall für unser Museum", so Direktor Dr. Hermann Arnhold. "Die Multiples ziehen sich wie ein roter Faden durch das Werk von Joseph Beuys und beleuchten all seine Schaffensphasen." Im historischen Lichthof des Museums, in dem Beuys zu den ersten Skulptur Projekten 1977 seine Fettkeile "Unschlitt" ausstellte, entfalten die Multiples in der Ausstellung ab November die Grundzüge seiner künstlerischen Arbeit. Beuys prägte den Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler" und war der Auffassung, dass politisches und gesellschaftliches Handeln im Sinne des Gemeinwohls jeden zum Schöpfer einer sozialen Plastik macht. Mit diesem erweiterten Kunstbegriff revolutionierte Beuys das Kunstverständnis seiner Zeit. "Und mit den Multiples schuf Beuys erschwingliche und demokratische Werke für jedermann, die - wie Vehikel - seine künstlerischen Ideen in tausende von Haushalten transportierten", so die Kuratorin Dr. Marianne Wagner. "So gelangten über viele Jahre hinweg auch präzise nach persönlichen Interessen ausgewählte Multiples in den Lebensalltag von Ingrid und Manfred Rotert." Die Kommunikation zwischen Menschen ist ein zentrales Thema im Werk von Beuys. So zeigt die Arbeit "Telephon S-E" ein Kindertelefon aus zwei Blechdosen, die einfachste Methode des "fernmündlichen" Gesprächs. Der Sender (S) und der Empfänger (E) sind verbunden mit einer Schnur, die den Schall übermittelt, der Empfänger neigt sich dem Sender zu, was das umgedrehte "E" symbolisiert. Eine der bekanntesten Materialien im Werk von Beuys veranschaulicht der Filzanzug. Filz war für Beuys ein Wärmespeicher, wobei der Begriff "Wärme" als Metapher für einen regen Geist, Kreativität und gestalterischen Willen zu verstehen ist. Der Künstler sagte über diesen Anzug, er sei einerseits ein Haus, eine Höhle, die den Menschen nach außen abschirmt, darüber hinaus sei er ein Zeichen für die Isolation des Menschen in unserer Zeit. Mit der "Capri-Batterie" schuf Beuys kurz vor seinem Tod ein anschauliches Multiple, das die Frage nach der Endlichkeit natürlicher Ressourcen aufwirft: Mit der Glühbirne, die Energie aus einer Zitrone erhält, zeigte er, woher die Menschheit ihre Lebensenergie bezieht. Das Kunstwerk ist auch ein Appell an die Gesellschaft, Verantwortung dafür zu tragen, dass das ökologische Gleichgewicht nicht zerfällt. "Nach 1000 Stunden Batterie auswechseln", schrieb Beuys in die Gebrauchsanweisung zu diesem Multiple, der das Museum während der Ausstellungszeit natürlich folgen wird. Hintergrund Joseph Beuys, 1921 in Krefeld geboren, gehört zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er studierte ab 1946 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, ab 1951 als Meisterschüler des Bildhauers Ewald Mataré. 1961 wurde Beuys zum Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf berufen und verwirklichte dort seine ersten Fluxus-Aktionen, bis er 1971 vom damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau fristlos entlassen wurde. Beuys hatte aus Protest gegen das Zulassungsverfahren an der Akademie gemeinsam mit seinen Studenten die Universitätsräume besetzt. Seit 1964 nahm er kontinuierlich an der documenta in Kassel teil. 1976 bespielte Beuys den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig und 1979 widmete ihm das Guggenheim Museum in New York eine Retrospektive. Beuys starb 1986 im Alter von 64 Jahren.
Herausragende Funde aus Westfalen reisen zu Berliner Archäologie-Ausstellung
LFP Redaktion

Herausragende Funde aus Westfalen reisen zu Berliner Archäologie-Ausstellung

Münster - Über 1.000 herausragende archäologische Funde aus ganz Deutschland sind ab dem kommenden Herbst im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und der Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen die Sonderausstellung "Bewegte Zeiten" über Archäologie in Deutschland vom 21. September 2018 bis zum 6. Januar 2019. Die Ausstellung ist Teil des Europäischen Kulturerbejahres 2018 (ECHY). Die hochrangigen Exponate stammen von insgesamt 70 Leihgebern aus allen Bundesländern. Auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) schickt hochkarätige Funde in die Berliner Ausstellung. In Münster werden die Exponate gerade reisefertig gemacht. Luxus-Kamm von der Holsterburg Seit Monaten befassen sich Mitarbeiterinnen der LWL-Archäologie für Westfalen damit, geeignete Funde auszuwählen und für den Transport vorzubereiten. Darunter sind auch neue Funde, die erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden. Für Aufsehen in der Wissenschaft sorgte zuletzt ein Kamm aus Elfenbein. Das Luxusobjekt aus dem 12. Jahrhundert fanden Archäologen bei Ausgrabungen an der Holsterburg bei Warburg (Kreis Höxter). Das Besondere an dem mittelalterlichen Fundstück ist, dass ähnliche Kämme bislang nur aus kirchlichem Umfeld bekannt sind. Aus der Zeit zwischen 800 und 1200 nach Christus sind bislang nur 60 Exemplare europaweit gefunden worden. Sie gehören in der Regel zum Bestand von Kirchenschätzen. Ihr Gebrauch in liturgischen Handlungen ist durch Schriftquellen seit dem 10. Jahrhundert nachweisbar, so zum Beispiel bei der Weihe von Bischöfen und Priestern. Der Kamm von der Holsterburg hingegen lässt sich aufgrund seines Fundortes und seiner Bildmotive eindeutig einem weltlichen Adeligen zuordnen. Möglicherweise wurde der Kamm in einer Werkstatt nördlich der Alpen gefertigt, aber auch eine Anfertigung im Mittelmeerraum ist denkbar. Römische Liege aus Haltern Zu den Höhepunkten der Berliner Ausstellung zählt auch die Nachbildung einer römischen Liege (Kline), deren Überreste in einem Grab bei Haltern am See (Kreis Recklinghausen) gefunden wurden. Das Grab ist Teil eines großen Gräberfeldes, dass zur Zeit des römischen Kaisers Augustus angelegt worden ist. Die antiken Ruhe- und Speiseliegen wurden auch zur Bettung der Toten genutzt und vor der Bestattung zusammen mit dem Verstorbenen verbrannt. Dementsprechend sind oftmals nur wenige Reste solcher Klinen erhalten. Die Halterner Kline war mit kunstvollen Knochenschnitzereien verziert. Dazu zählen menschliche Gesichter und pflanzliche Zierelemente wie Ranken und Blüten. Einem Team von Wissenschaftlern gelang es, aus Tausenden durch das Feuer beschädigten Einzelteilen virtuelle Modelle zu erstellen, die anschließend durch einen 3D-Drucker umgesetzt wurden. Das Resultat ist eine detailgetreue Rekonstruktion antiker Handwerkskunst. Bronzene Urne aus dem Sauerland Zugleich eröffnet der LWL mit seinen Exponaten neue Perspektiven auf altbekannte Funde. Das Prunkstück westfälischer Archäologie bildet die Urne von Gevelinghausen (Hochsauerlandkreis). Das Gefäß aus Bronze wurde bereits 1961 gefunden, darin verbrannte Knochen und Asche. Vermutlich wurde die Amphore im 9. oder 8. Jahrhundert vor Christus hergestellt. Möglicherweise wurde sie aber erst in der Eisenzeit als Urne genutzt und gelangte in den Boden. In ganz Europa gibt es nur ungefähr ein halbes Dutzend an vergleichbaren Objekten. Noch immer ranken sich Rätsel um das Prachtgefäß aus Bronze. Hinter den Abbildungen auf dem Gefäß könnte sich möglicherweise ein 2.700 Jahre alter Kalender verbergen. Im Zentrum steht ein in der jungen Bronzezeit weit verbreitetes Motiv: Eine Sonne, die auf einer Barke liegt, deren Enden in Vogelköpfen auslaufen. Kultische Werkzeuge aus Olpe Einige besondere Funde aus der Eisenzeit Westfalens stammen von den Wallburgen im Kreis Olpe. Neue Impulse zur Erforschung dieser Anlagen setzten vor allem Neufunde durch ehrenamtliche Forscher. Auf der Wallburg Kahle fanden sich mehrere, offenbar absichtlich deponierte Werkzeuge aus der Landwirtschaft, wie Sensen, Beile und Pflugscharen. Sie könnten mit kultischen Handlungen zusammenhängen. Daneben wurden auch noch einige Gürtelhaken entdeckt, von denen das Ende eines Exemplars als kleiner Pferdekopf gestaltet ist. Diese Haken wurden von Frauen getragen und werden nach ihrem bekanntesten Fundort in Hessen als Typ Dünsberg bezeichnet. Klebstoff vor 13.000 Jahren Das auch schon bekannten Funden immer noch neue Erkenntnisse entlockt werden können, zeigt das Beispiel einer westfälischen Speerspitze aus der Altsteinzeit. Das Objekt aus Knochen, gefunden in den 1930er Jahren bei Bergkamen-Oberaden (Kreis Unna), ist mit Widerhaken versehen und wurde in der Steinzeit zum Fischfang eingesetzt. Ein Forschungsteam unter Leitung der Archäologen aus Westfalen hat bei neueren Untersuchungen feststellen können, dass sich an dem 13.000 Jahre alten Stück Spuren von Bienenwachs fanden. Damit ist es einer der weltweit frühesten Belege für die Verwendung von Bienenwachs als Klebstoff, einer Alternative zum Birkenpech. Gleichzeitig ist das Wachs auch ein indirekter Nachweis der Europäischen Honigbiene, die sich offenbar 2.000 Jahre früher als bislang angenommen nördlich der Alpen ausbreitete. Kampfschilde im Grab von Bergkamen Ein besonderes Zeugnis des Frühmittelalters in Westfalen stammt aus Bergkamen. Dort wurden drei Bestattungen entdeckt, die Teil eines Gräberfelds aus dieser Zeit sind. In einem dieser Gräber wurde im 7. Jahrhundert ein Mann beigesetzt, dessen Leichnam mit vielen Beigaben versehen war. Solche Grabbeigaben geben Aufschluss über den Verstorbenen und seine gesellschaftliche wie auch kulturelle Umgebung. Im Falle des Grabes aus Bergkamen sind die Beigaben allerdings ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Gräbern aus der Region. Sie zeugen davon, dass der bestattete Mann offenbar Kontakte weit über Westfalen hinaus besaß. So wurden ihm drei Kampfschilde mitgegeben - ein Brauch, der bislang nur aus Gräbern in Mittelschweden bekannt ist. Die mit aufwendigen Tierdarstellungen versehenen Metallbeschläge seines Schwertgurtes deuten auf einen Kontakt in die Alpenregion. Der älteste Westfale in der Blätterhöhle Zu den ältesten Fundplätzen Westfalens gehört die Blätterhöhle in Hagen. Die Höhle wurde in der Steinzeit immer wieder von Menschen aufgesucht, die dort ihre Spuren hinterlassen haben. Diese reichen bis zur letzten Eiszeit vor ca. 11.600 Jahren zurück und gehen bis in die Jungsteinzeit vor ca. 5.600 Jahren. In dieser Zeit lebten in Westfalen bereits seit ca. 2.000 Jahren die ersten Bauern in Häusern, während die Höhle noch von den letzten Jägern und Sammlern genutzt wurde. Aus der Blätterhöhle stammt der früheste Schädel eines Menschen aus Westfalen. Er datiert in die Zeit um 8.700 vor Christus und ist damit der Nachweis des ältesten modernen Westfalen. Besonders interessant ist auch der Vorplatz der Blätterhöhle. Dort lässt sich eine einzigartige Abfolge von mittelsteinzeitlichen Siedlungsphasen nachweisen. Zu den Funden gehören typische Steinwerkzeuge wie zu einem großen Teil Pfeilspitzen in verschiedenen Formen. Gefunden wurden auch Knochen von Tieren, die zu der Zeit eher in Westeuropa zu finden sind und die damit um 9.600 vor Christus erstmals in Deutschland auftauchen. Hintergrund: Die Ausstellung "Bewegte Zeiten" "Bewegte Zeiten" ist die erste Zusammenschau zur Archäologie in Deutschland seit 15 Jahren. Eine Neuerung ist außerdem, dass die Ausstellung nicht nach Epochen aufgestellt ist, sondern vier großen Themen folgt. Der Rundgang auf 1.200 Quadratmetern ist dadurch kein bloßer Blick in die Vergangenheit. Im Bereich Mobilität stehen Menschen im Vordergrund, die aus den verschiedensten Gründen ihre Heimat verlassen haben: Sei es freiwillig auf Reisen, durch gewaltsame Verschleppung oder wegen einer großen Wanderbewegung. Auch Handel und militärische Expansion sind Ursachen. So wie heute sind schon im prähistorischen Europa die Anlässe für Migration vielfältig. Die Archäologie kann diese Mobilität aufzeigen, nicht zuletzt mithilfe von genetischer Forschung. Bis in die Gegenwart hinein wird Europa von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. In organisierter Form sind Konflikte erstmals in der Bronzezeit greifbar. Ausschnitte aus den kriegerischen Auseinandersetzungen seit dieser Zeit liefert die Schlachtfeldarchäologie. Siege oder Niederlagen spiegeln sich in Kriegsbeuteopfern und Siegesmonumenten. Der dritte Ausstellungsbereich widmet sich dem Thema Austausch. Die Exponate beleuchten, wie der Warenverkehr Menschen in Europa zusammengebracht hat. Er bildete die Voraussetzung für das Entstehen von hierarchischen Strukturen und ersten Wertesystemen. Schon in der Jungsteinzeit setzt ein Austausch von Rohstoffen ein. Mit der Entdeckung von Metallen wie Gold, Kupfer und Zinn beginnt der Handel in Europa und darüber hinaus zu florieren. Der Handel mit Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigprodukten bewirkte gegenseitige Beziehungen und Abhängigkeiten. Wie auch heute noch brachte er Menschen in Europa zusammen. Der Austausch von Waren geschah innerhalb komplexer Austauschsysteme und weitgespannter Netzwerke. Dies zeigt sich nicht zuletzt durch archäologisch fassbare "Fürstengräber" und Handelsplätze, die eine zunehmende ökonomische und soziale Differenzierung widerspiegeln. Dass die Menschen heute nicht mehr in der Steinzeit leben, verdanken sie der menschlichen Kreativität. Zu allen Zeiten entstanden in Europa neue Ideen, Sichtweisen und Techniken. Das Thema Innovation veranschaulicht, wie sich Fortschritt auf den Alltag auswirkte, aber auch auf Produktion und Kriegsführung. Eine Vielzahl an Innovationen lässt sich archäologisch nachweisen und prägen unser Leben bis heute. Das Europäische Kulturerbejahr 2018 richtet den Blick auf Austauschprozesse und auf Beziehungen innerhalb Europas. Unter dem Motto "sharing heritage" wird das reiche kulturelle Erbe Europas in unterschiedlichen Projekten präsentiert. Die Sonderausstellung trägt dazu bei mit dem Ziel, über die archäologischen Funde den Bezug unserer kulturellen Vergangenheit zur Gegenwart herzustellen. "Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland" steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und wird gefördert durch die Staatsministerin für Kultur und Medien und das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.
Wolfgang Borchert Theater: Deutsch-russisches Theaterprojekt ausgezeichnet
LFP Redaktion

Wolfgang Borchert Theater: Deutsch-russisches Theaterprojekt ausgezeichnet

Münster - Das deutsch-russische Theaterprojekt „Die Schroffensteins – Eine Familienschlacht“ wird mit dem „Preis des Deutsch-Russischen Jahres der kommunalen und regionalen Partnerschaften 2017/18“ ausgezeichnet. Die Koproduktion des Wolfgang-Borchert-Theaters in Münster mit dem Drama Theater Rjasan, Münsters russischer Partnerstadt, wurde aus 250 Bewerbungen ausgewählt. Mit dem Stück eröffnete die Spielzeit 2017/18 des Wolfgang- Borchert-Theaters und das 2. Internationale Theaterfestival in Rjasan. „Ich freue mich sehr für die Künstlerinnen und Künstler. Diese Auszeichnung unterstreicht die guten Kontakte auf allen Ebenen der Partnerstädte Münster und Rjasan. Dieses zweisprachige Projekt fordert von allen Beteiligten viel Einsatz, den sie gern für diese besondere Kooperation aufbringen. Umso mehr ist der Preis Anerkennung für die künstlerische Leistung“, unterstreicht Oberbürgermeister Markus Lewe. Lewe nimmt als Oberbürgermeister einer der Partnerstädte, aber auch als Präsident des Deutschen Städtetages an der Preisverleihung am 14. September in Berlin teil, die zugleich Abschlussveranstaltung des Deutsch-Russischen Jahres ist. Außerdem wird an diesem Tag ein Partnerschaftsabkommen zwischen dem Bund russischer Städte und dem Deutschen Städtetag unterschrieben. An der Preisverleihung im Auswärtigen Amt in Berlin nehmen von deutscher Seite auch Intendant und mitwirkender Schauspieler Meinhard Zanger und die Regisseurin Tanja Weidner sowie weitere Vertreter der Stadt Münster teil; von russischer Seite Semen Grechko und Grigorij Bazaaev, die Direktoren des Drama Theaters, sowie Vertreter der Administration von Rjasan. Die Außenminister beider Länder, Sergej Lawrow und Heiko Maas, überreichen die Preise. „Die Schroffensteins – Eine Familienschlacht“ gastiert am 26. Oktober in St. Petersburg und ist am 24. November wieder im Wolfgang Borchert Theater zu sehen.
TICKETS: a-ha - Electric Summer 2018 / 27.08.18, Zeltfestival Ruhr
Ticket to Go

TICKETS: a-ha - Electric Summer 2018 / 27.08.18, Zeltfestival Ruhr

a-ha sind weltweit eine der kultigsten Pop-Bands der 80er Jahre. Das mehrfach mit Platin ausgezeichnete norwegische Trio gilt noch heute als wahrer Pionier in Sachen Musik- und Videotechnologie und nur wenige Bands können es mit dem Vermächtnis und der Langlebigkeit dieser Band aufnehmen. Auch bei der Electric Summer Tour 2018 werden a-ha wieder das tun, was sie am besten können: Von Herzen für ihre Fans performen. Im Gegensatz zur MTV Unplugged-Tour werden sie im kommenden Sommer mit Band und Streichersektion ein volles Elektro-Set spielen und sowohl altbekannte Hits als auch neues Material in sorgfältig ausgewählten, deutschen Städten präsentieren. Über die anstehende Tour sagt Morten Harket: "Wir haben eine enge Beziehung zu Deutschland und unseren Fans dort und haben auch Fans gesehen, die zu all unseren Shows reisen und die wir herzlich willkommen heißen. Es ist aufregend, draußen zu spielen und unsere Musik zu Orten zu bringen, die keine traditionellen Arena-Tour-Orte sind. Wie immer wollen wir die Dinge immer auf eine neue Art und Weise tun, damit die Dinge für unsere Fans aufregend bleiben. Wir freuen uns sehr auf diesen Electric Summer!“ Info schließen a-ha - Electric Summer 2018 Mo, 27.08.18, 20:00 Uhr Zeltfestival Ruhr Kemnader See (Navi: Querenburger Str. 35, 58455 Witten), 44801 BOCHUM Eintrittskarten für Veranstaltungen aller Art finden Sie bei uns. - Ihr Philipp Thomas Ticket to Go Münster Albersloher Weg 32 48155 Münster Telefon: +49 (0)251 - 1625817 eMail: info@ticket-togo.de Weitere Informationen und Veranstaltungen finden Sie auf unserer Homepage.
Neue Sonderausstellung über das Gehirn im LWL-Museum für Naturkunde
LFP Redaktion

Neue Sonderausstellung über das Gehirn im LWL-Museum für Naturkunde

Münster - Einmal seinem Gegenüber in den Kopf schauen. Erfahren, was darin vorgeht, wie sich eine Persönlichkeit formt, Gefühle entstehen oder Pläne geschmiedet werden. Verstehen, wie man versucht, Intelligenz zu messen. Das ist möglich in der neuen Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt. In der deutschlandweit größten Sonderausstellung zum Thema "Das Gehirn" können Besucher bis zum 27.10.2019 dieses besondere Organ erkunden. Auf 1.200 Quadratmetern erfahren die Museumsgäste Fakten zu Themen wie Sinneswahrnehmung, Ich-Bewusstsein oder Verhaltenssteuerung. Anatomie und Evolution des menschlichen Gehirns werden facettenreich und für alle Altersgruppen geeignet erklärt, Fragen zur Künstlichen Intelligenz und zur Tierwelt beantwortet. "Das Gehirn des Besuchers schaut sich in der Ausstellung sozusagen selbst bei der Arbeit zu", so LWL-Direktor Matthias Löb. Für ihn sei besonders interessant, wie Maschinen das Leben der Menschen schon heute veränderten. "Wir sprechen inzwischen mit Künstlichen Intelligenzen, als hätten sie ein Bewusstsein - am Telefon beim Pizza bestellen, beim Navigieren im Auto oder Zuhause, wo wir ihnen teils blind vertrauen." Die Ausstellung wolle zeigen, welche Fähigkeiten lernfähige Maschinen bereits besitzen und an welchen Stellen man sie hinterfragen solle. Die Frage, was den Menschen ausmache, sei durch die Wissenschaft nicht mehr so eindeutig zu beantworten. Löb: "Emotionen waren lange den Menschen vorbehalten. Aber auch Tiere sind ängstlich oder aggressiv - vielleicht haben sie Gefühle, nur etwas anders als wir." Die 13 Themenbereiche der Ausstellung zeigen die Leistungsfähigkeit und Vielfalt des Gehirns. Durch 770 Ausstellungsstücke wird Wissenswertes etwa zu den Leistungen und der Entwicklung dieses komplexen Organs oder über die Hirnforschung vermittelt. Allein 71 echte Gehirne, sowie 65 Tastmodelle und 63 Medienstationen haben die Ausstellungsmacherinnen Nicola Holm und Dr. Julia Massier gemeinsam mit Kuratorin Lisa Klepfer unter der Leitung von Museumsdirektor Dr. Jan Ole Kriegs zusammengetragen und inszeniert. Vielfalt im Gehirn und in der Ausstellung Im Bereich der Wahrnehmung ist Köpfchen gefragt, bei den Emotionen und den Körper-Geist-Interaktionen wird das eigene Empfinden hinterfragt. Ein ganzer Ausstellungsbereich beschäftigt sich mit Schlaf und Traum, aber auch psychische Erkrankungen, Drogen und Verhaltenssteuerung werden thematisiert. "Es geht in der Ausstellung auch um intelligente Menschen und Tiere. Zudem wird die Frage beleuchtet, ob Künstliche Intelligenzen, in Form von Computeralgorithmen, eher Segen oder Fluch sind, wenn sie mehr und mehr in unseren Alltag eingreifen", erläutert Kriegs. Höhepunkte - Einstein, Picasso und ein Londoner Taxi Die anatomische Vielfalt von Gehirnen wird in einem gesonderten Raum, der "Galerie der Gehirne", mit insgesamt 71 Gehirnen vorgestellt. 65 Stücke davon stammen aus der "Edinger-Tiergehirnsammlung", der größten Wirbeltiergehirn-Sammlung Deutschlands. Das eigens präparierte und plastinierte Nervensystem eines Berberaffen erlaubt einen seltenen Blick in die anatomischen Zusammenhänge. Darüber hinaus ist die seltene Erstausgabe von 1520 des mathematischen Regelwerks von Adam Ries(e) zu sehen. Handwerklich begabte Tiere, kreative Maschinen und lernfähige Pflanzen überraschen. Als besonderer Höhepunkt gelten zwei Schnittpräparate von Albert Einsteins Gehirn, die für die Ausstellung aus dem Mütter Museum in Philadelphia (USA) eingeflogen wurden. Ein weiteres herausragendes Objekt ist ein jungsteinzeitlicher Menschenschädel aus Warburg. Er zeigt erste Spuren von Schädeloperationen vor 5.400 Jahren in Westfalen und wird vom LWL-Museum für Archäologie zur Verfügung gestellt. Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster bereichert die Sonderausstellung durch eine Original-Lithografie von Picasso. Gezeigt wird außerdem ein detailliert gezeichnetes Panorama Londons von Stephen Wiltshire. Und ein original Londoner Taxi verkündet gute Nachrichten über die anhaltende Lernfähigkeit von Erwachsenen. Junge, frische Ideen zur Ausstellungsgestaltung haben Studierende vom Fachbereich Design der Fachhochschule Münster beigesteuert. Seit 1997 arbeitet das LWL-Museum mit Prof. Cordula Hesselbarth und ihren Studentinnen zusammen. Herausgekommen sind für diese Sonderausstellung sechs Semesterarbeiten und eine Bachelorarbeit. Künstliche Intelligenzen und neuer Museumsmitarbeiter Ein weiteres besonderes Ausstellungsstück ist einer der Prototypen eines Roboters auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz, die kybernetische Maschine "MM7 Selektor", eine Leihgabe des Technischen Museums Wien. Der Visionär Claus Christian Scholz-Nauendorff entwickelte 1962 diesen sogenannten Maschinenmenschen Nummer 7. Er bewegte sich auf Rollen und konnte mechanisch Arme, Augen und Mund bewegen. Scholz-Nauendorff warb damit, dass MM7 auf Sprachbefehle hin als Haushaltshilfe dienen könnte. "Eine damals noch weit entfernte, aber aus heutiger Sicht nicht unmögliche Zukunftsvision", sagt Ausstellungsmacherin Dr. Julia Massier. "MM7 konnte noch keine Berechnungen durchführen, doch er war ein Meilenstein der Robotik." Ganz andere Fähigkeiten hat der neue, mechanische "Museumsmitarbeiter", der Roboter "KIM": Eine 3D-Kamera im Kopf und eine ausgefeilte Sensorik für ein sicheres Navigieren durch das Museum gehören zu seiner Grundausstattung. Als Bereicherung für die Museumspädagogik ist KIM einerseits selbstständig im Museum unterwegs, führt Museumsgäste durch bestimmte Ausstellungsteile und erzählt Wissenswertes zu ausgewählten Objekten. Andererseits arbeitet er Seite an Seite mit einem Museumspädagogen, mit dem er gemeinsam im Rahmen von Gruppenführungen für Erwachsene die Höhepunkte der neuen Ausstellung vorstellt. "Er kann für bestimmte Räume und Objekte programmiert werden und fährt dann selbständig dort hin", sagt Ausstellungsmacherin Nicola Holm. Führungen mit KIM und einem Museumspädagogen sind im Servicebüro des LWL-Museums für Naturkunde buchbar. Eine Ausstellung zum Mitmachen Die Sonderausstellung lebt von einer Mischung an medialen und analogen Mitmach-Stationen. Besucher können zum Beispiel ihre Geschicklichkeit beim Lösen von Schlösserboxen testen, ein Kooperationsspiel ausprobieren, erfahren wie Tiere die Welt wahrnehmen oder ihr Kurzzeitgedächtnis überprüfen. Eine Menschenfigur mit auffallend vergrößerten Lippen, Ohren , Händen und Füßen sitzt auf einer Bank im Ausstellungsbereich "Sinneswahrnehmung". "Bei dieser Figur, wir nennen sie "Homunculine", wurden die Körperteile entsprechend der hohen Anzahl an Tastsensoren in der Haut vergrößert dargestellt. Je höher die Anzahl an Tastsensoren, desto größer sind auch die entsprechenden Bereiche in der Fühlrinde des Großhirns, die die Tastreize verarbeiten", erklärt Ausstellungsmacherin und Kuratorin Lisa Klepfer. Auch in der Haut von Tieren sind die Tastsensoren unterschiedlich dicht verteilt und die Bereiche ihrer Fühlrinden sind dementsprechend vergrößert. Beim Maulwurf ist dies zum Beispiel bei der Nasenpartie der Fall, beim Kaninchen sind es die Tasthaare. Alle drei Exponate laden die Besucher im Sinne der Inklusion zum Betrachten und Tasten ein. Hintergrund zur Ausstellung Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt vom 29. Juni 2018 bis zum 27. Oktober 2019 die inklusive Sonderausstellung "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl". Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs kennen. Die Ausstellung ist dank Brailleschrift, einem mehrsprachigen Audioguide (D, E, NL) mit Audiodeskription, Tastmodelle und untertitelten Filmen für Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen geeignet. Alle Ausstellungsbereiche sind für Gehbehinderte und Familien mit Kinderwagen zugänglich. Begleitend zur Ausstellung gibt es museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche von Kindergarten bis Sekundarstufe II, Führungen für Erwachsene, Werkstattnachmittage, Vorträge sowie Literarische Rundgänge. Ein Begleitbuch und ein Hörbuch zur Ausstellung werden im Sommer erscheinen. Die Ausstellung wird durch die Förderung der LWL-Kulturstiftung ermöglicht und von der ZEIT Akademie als Medienpartner unterstützt. Einen kleinen Eindruck von der Ausstellung können Sie nun schon einmal in einem Film gewinnen: https://youtu.be/PSg5BM0wbeQ Ausstellungsdauer: 29.06.2018 - 27.10.2019 http://www.das-gehirn.lwl.org

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