Rubrik: Gesundheit, Medizin & Ernährung

UKM mit 76 Nennungen in bundesweiter Liste der „Top-Mediziner 2022“
LFP Redaktion

UKM mit 76 Nennungen in bundesweiter Liste der „Top-Mediziner 2022“

Münster - Von A wie Andrologie bis Z wie Zahnheilkunde: Das Ranking des Magazins Focus Gesundheit ermittelt jährlich die Besten ihrer medizinischen Fachdisziplin. Das UKM ist zum wiederholten Mal mit zahlreichen Ärztinnen und Ärzten vertreten. Gleich 46 Ärztinnen und Ärzte des UKM (Universitätsklinikum Münster) sind in diesem Jahr als „Top-Mediziner 2022“ in der neu erschienenen Focus-Ärzteliste zu finden. Insgesamt taucht das UKM in dem bundesweiten Ranking, das vom Rechercheinstitut FactField erstellt wird, sogar 76 Mal auf, verzeichnen nicht wenige der münsterschen Medizinerinnen und Mediziner Mehrfachnennungen. Diese reichen von Bluthochdruck über Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis zu vielen onkologischen Krankheitsbildern sowie den Fächern der Chirurgie und Unfallchirurgie. Damit gehört das UKM hinter großen Universitätskliniken wie der Berliner Charité oder der LMU München zum wiederholten Mal zu einem der vielfach genannten Standorte in der jährlich erscheinenden Liste. „Ein Blick in die Auflistung zeigt, welche Qualitäten die universitäre Medizin hat: Die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren, Kindern mit komplexen Herzfehlern oder Menschen mit schweren Depressionen – für diese und viele andere Schwerpunkte steht das UKM und ich bin froh, dass die befragten Kolleginnen und Kollegen sowie Patientinnen und Patienten diesen Mehrwert der Universitätsmedizin sehen und uns mit ihrer Bewertung in unserer täglichen Arbeit bestätigen“, sagt Prof. Alex W. Friedrich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender. In die Empfehlungen flossen Informationen zu Behandlungsleistung, Reputation, Qualifikation, wissenschaftlichem Engagement und Serviceangeboten ein. Zu den Datenquellen gehören beispielsweise eine Befragung von über 30.000 Ärztinnen und Ärzten, diverse Arzt- und Patientenportale sowie öffentlich verfügbare Daten wie die internationale Datenbank PubMed. Für das Jahr 2022 sind 4.162 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland in 122 Fachgebieten qualifiziert, das Siegel „Top-Mediziner“ zu tragen.
Wohlfühlort Münster: Floating - Schweben mit Tiefenentspannung
Wohlfühlort Münster

Wohlfühlort Münster: Floating - Schweben mit Tiefenentspannung

Floating ist ein erholsamer Schwebezustand im Wasser, der vergleichbar ist mit dem Baden im Toten Meer. Das verspricht pure Tiefenentspannung. Ihre Vorteile auf einem Blick: - Gefühl von Schwerelosigkeit - Vollständige Entlastung der Muskulatur und des Körpers - Tiefenentspannung garantiert - Glückshormone werden ausgeschüttet - Stärkt das Immunsystem - Normalisiert den Blutdruck - Baut Stress ab - Kann Beschwerden bei Rheuma oder Hautkrankheiten lindern Fragen zum Ablauf? Ein Aufenthalt im Floatingraum soll ruhig und entspannend ablaufen. Für jeden Besucher sind zwei Stunden reserviert. Sie duschen, bevor Sie sich ca. 60 Minuten im Salzwasserbecken aufhalten. Danach haben Sie ausreichend Zeit zum Duschen, Haare föhnen und Anziehen. Anschließend laden wir Sie zu einem Getränk in unserer gemütlichen Sitzecke ein. Wissenswertes Zuviel Außenreize verursachen Stress. Unser Gehirn ist am Tag mit bis zu 80 % Kapazität damit beschäftigt, Außenreize zu verarbeiten. Wissenschaftliche Forschungen beschäftigen sich schon seit vielen Jahren mit Floating als Entspannungstechnik. Viele Studien kamen zu dem Schluss, dass ein Aufenthalt in einem Floating-Becken ähnlich wie Meditieren oder autogenes Training dem Gehirn hilft, praktisch keine externen Daten mehr verarbeiten zu müssen und so zu einer tiefen Entspannung führt.  Nachweisbare Effekte wurden u. a. in den Bereichen Orthopädie, Sportmedizin, Schmerzmedizin oder Dermatologie festgestellt.  Das „Schweben“ im Floatingbecken entlastet alle Muskeln, die Wirbelsäule und die Gelenke, es gibt keine Druckpunkte. Akute und hartnäckige Verspannungen werden gelöst. Bei Bandscheibenvorfällen, Ischias, Hexenschuss oder Zerrungen wird eine Verbesserung erzielt. Durch die Wasser- und Luft-Temperatur von 34,8° C (Hauttemperatur) schwinden die gefühlten Grenzen zwischen Körper, Wasser und Luft. Durch das Magnesiumsalz wird die Haut gepflegt, es gibt kein „Schrumpeln“. Bei Neurodermitis, Psoriasis oder Akne wirkt das Salzwasser lindernd. Magnesium ist zusammen mit anderen Wirkstoffen im Körper u. a. für das Funktionieren neurologischer Prozesse wichtig. Fehlt Magnesium kann es zu Stresszuständen kommen, die bis zur völligen Erschöpfung führen können. Magnesium kann über die Nahrung, aber auch über die Haut aufgenommen werden. Floating-Aufenthalte reduzieren Stress und dies langanhaltend in den folgenden Tagen.   Der Körper profitiert vom Floating in vielerlei Hinsicht. Man gelangt schnell in eine „Schlafphase“, Glückshormone werden ausgeschüttet. Floating baut Stress ab, stärkt das Immunsystem, normalisiert den Blutdruck und kann Beschwerden bei Rheuma oder Hautkrankheiten lindern. Durch das „Schweben“ im Salzwasser wird ein Gefühl der Schwerelosigkeit erzeugt. Im Floatingraum sind Sie abgeschottet von äußerlichen Reizen wie Lärm, Geräuschen und visuellen Einflüssen, die unser Gehirn im Alltag in einer Vielzahl verarbeiten muss und die die Entspannung behindern. Betrachten Sie den Sternenhimmel über sich, entspannen Sie sich – fühlen Sie sich wohl. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Warendorfer Straße 38 48145 Münster Telefon: 0251 3833365-6 Telefax: 0251 3833365-7 E-Mail info@wohlfuehl-ort.de Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.
UKM wirkt an erster DIN-Norm für Krankenhausreinigung mit
LFP Redaktion

UKM wirkt an erster DIN-Norm für Krankenhausreinigung mit

Münster - Mit der Publikation der DIN 13063 gibt es erstmals allgemeinverbindliche Regelungen für den Bereich Reinigung in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen, um nosokomiale Infektionen, also sogenannte Krankenhauskeime, zu vermeiden. Das Netzwerk der Interessengemeinschaft Klinik Services (IKS) hatte im September 2016 einen entsprechenden Normungsantrag beim DIN e.V. eingereicht. Ein Schritt, der laut Andreas Rütz, Geschäftsführer der UKM GM, aufgrund der Relevanz des Themas und dem Fehlen bisheriger konkreter Leitlinien dringend notwendig war. Nach annähernd fünf Jahren schließt die Arbeit an der ersten Norm für die Krankenhausreinigung als Erfolgsgeschichte: Die „DIN 13063 Krankenhausreinigung – Anforderungen an die Reinigung und desinfizierende Reinigung in Krankenhausgebäuden und anderen medizinischen Einrichtungen“ definiert erstmalig als Standard die Qualität und Qualitätssicherung der Krankenhausreinigung. Seit der ersten Stunde war auch Andreas Rütz, Geschäftsführer des Gebäudemanagements am Universitätsklinikum Münster (UKM GM), mit seinem Team maßgeblich an dem Projekt beteiligt. „Zwar gibt es seitens der KRINKO, der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert Koch-Instituts, allgemeine Richtlinien zur Flächenreinigung und -desinfektion, die haben jedoch eher einen grundsätzlichen Charakter und es gab bis jetzt keine Verfahrensrichtlinie für eine detaillierte, standardisierte Durchführung der desinfizierenden Reinigung“, erklärt Rütz, der gemeinsam mit rund 30 Vertretern von wissenschaftlichen Instituten, Krankenhäusern, Behörden, öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen der Reinigungsbranche und deren Zulieferern, Dienstleistern und Verbänden an der ersten DIN-Norm im Bereich der Krankenhausreinigung gearbeitet hat. Durch die nun publizierte Handlungsempfehlung sollen Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen einerseits dabei unterstützt werden, geeignete Reinigungsdienstleister zu identifizieren, andererseits erhalten Reinigungsdienstleister ab sofort klare Vorgaben bezüglich des Umfangs, der Art und der Häufigkeit der Reinigung. Ziel ist, durch standardisierte Prozesse bei der Reinigung die Hygiene in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen stetig zu verbessern, um dazu beizutragen, nosokomialen Infektionen, also sogenannten Krankenhauskeimen, Einhalt zu gebieten. „Uns war dabei die konkrete Zuordnung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie die Definition von Schnittstellen ein wichtiger Punkt, um diesbezügliche Schwachstellen abzubauen“, so der Geschäftsführer der UKM GM. Studie zur Definition von Leistungswerten in der Krankenhausreinigung in Arbeit Ergänzend wurde im Winter 2019 unter der Leitung von Rütz die DIN-Adhoc-Gruppe „Leistungswerte in der Krankenhausreinigung“ gegründet, die im Rahmen einer bundesweiten Studie Daten erfassen und daraus Standards entwickeln soll. „Durch die Covid-19-Pandemie konnten wir leider erst in diesem Frühjahr mit der Umsetzung beginnen. Aber unser Ziel ist klar: Unsere Teams können nur gut reinigen, wenn ihnen auch ausreichend Zeit dafür bemessen wird,“ betont Rütz die Wichtigkeit solcher Studien. Die Veröffentlichung ist für Frühjahr 2022 geplant.
Corona-Hotline der Stadt: Bis zu 460 Anrufe am Tag
LFP Redaktion

Corona-Hotline der Stadt: Bis zu 460 Anrufe am Tag

Münster - Das Informationsbedürfnis ist groß: Mehr als 7000 Anruferinnen und Anrufer haben sich seit Anfang März mit ihren Fragen, Sorgen und Nöten an die städtische Corona-Hotline gewandt. An Spitzentagen klingeln die Telefone bis zu 460 Mal. Häufige Themen sind das richtige Verhalten in der Quarantäne, notwendige Hygienemaßnahmen sowie der Umgang mit Kontaktpersonen und Risikogruppen in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Hotline geben Orientierung durch persönliche Beratung - empathisch und informativ", sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. "Eine Aufgabe, die in dieser manchmal unübersichtlich erscheinenden Zeit besonders wichtig ist. Wer gut informiert ist, aktuelle Entwicklungen einordnen kann und praktische Handlungsempfehlungen kennt, der kann sich umsichtig und achtsam verhalten." Mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Hotline gestartet. Inzwischen gehören 32 Personen aus verschiedenen Bereichen der Stadtverwaltung zum Team, sie bedienen 16 Leitungen im Zwei-Schichten-Betrieb. "Die Belastung ist groß", sagt Jürgen Kupferschmidt, Leiter des Amtes für Bürger- und Ratsservice, das die Hotline koordiniert. "Oft führen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Hotline sehr lange Gespräche mit Menschen, die sich um ihre Liebsten sorgen, die Arbeitslosigkeit fürchten oder schwierige familiäre Situationen schildern. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Menschen, die Hilfe und Unterstützung anbieten. " Auf den Dienst am Telefon bereiten sich die Hotline-Mitarbeiter intensiv vor und eignen sich ein breites Wissen zu verschiedenen Aspekten der Corona-Krise an. Sie kennen die wesentlichen Inhalte der Erlasse, Rechtsverordnungen und Verfügungen zum Thema Corona, sind über die Entscheidungen des Krisenstabes der Stadt Münster informiert und haben einen Überblick über Beratungs-und Hilfsangebote. Medizinische Fachfragen werden an das Back Office beim Gesundheitsamt weitergegeben. Ein direkter Draht existiert auch zum Sozialamt, Schulamt, Ordnungsamt, Jugendamt, Jobcenter, zur Wirtschaftsförderung und zur Kassenärztlichen Vereinigung. Können Fragen nicht direkt beantwortet werden, gibt es einen Rückruf. Auch Termine im Therapiezentrum Uppenbergschule und im Diagnosezentrum an der Halle Münsterland werden an der Hotline vergeben. Die Corona-Hotline der Stadt Münster ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis16 Uhr unter der Rufnummer 02 51/4 92-10 77 erreichbar. Das Team der Hotline informiert und berät auch an den Osterfeiertagen: Karfreitag von 9 bis 12 Uhr, Ostersamstag von 9 bis 16 Uhr und Ostermontag von 9 bis 12 Uhr. Für alle, die lieber schreiben als telefonieren, oder für den Fall, dass die Telefon-Hotline belegt ist, gibt es die E-Mail-Adresse corona@stadt-muenster.de. Eine sehr nachgefragte Informationsquelle ist die vom Presseamt der Stadt eingerichtete Website www.muenster.de/corona.
Coronavirus: Stadt Münster setzt auf Prävention und Information
LFP Redaktion

Coronavirus: Stadt Münster setzt auf Prävention und Information

Münster - „Die Stadt ist sehr gut aufgestellt, wir setzen auf Vorsorge und Prävention“, so Oberbürgermeister Markus Lewe auf einer Presse-Konferenz, nachdem es am Wochenende zuvor in Münster den ersten bestätigten Corona-Fall gegeben hatte. „Vorrang hat die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, diesem Ziel ordnen wir alle Maßnahmen unter“, betonte der OB. Ende Februar war ein 51-jähriger Münsteraner nach einer Urlaubsreise in den Iran im Universitätsklinikum Münster (UKM) positiv auf das neuartige Virus getestet worden. Nach Angaben des UKM geht es dem Patienten sehr gut. Auch dessen Ehefrau - sie ist freiwillig in Quarantäne - habe sich nicht angesteckt, hieß es beim Medientermin, an dem mit Prof. Dr. Hugo Van Aken (Ärztlicher Direktor) und dem Virologen Prof. Dr. Stephan Ludwig auch zwei Mediziner des UKM teilgenommen hatten. Insbesondere das umsichtige Handeln des erkrankten Mannes - er hatte nach seiner Rückkehr aus Teheran Kontakte zu anderen Menschen in Münster vermieden - sei absolut vorbildlich. Mittlerweile sind die Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 in Nordrhein-Westfalen gestiegen. Viele Menschen sind verunsichert und melden sich in diesen Tagen bei der Stadt. Dürfen die Schulfahren stattfinden? Sollte ich die Tagung absagen? Kann ich die Reise antreten?, das sind sind einige der Fragen, die Veranstalter, Einrichtungen und Vereine umtreiben. Dazu Stadtrat Wolfgang Heuer, Leiter des städtischen Krisenstabes: „Jeder sollte mit gesundem Menschenverstand beurteilen, ob tatsächlich Risikofaktoren vorliegen und danach entscheiden. Das Robert-Koch-Institut (Berlin) hat dazu hilfreiche Empfehlungen für Großveranstaltungen zusammengefasst“. (www.rki.de) Enges Teamwork läuft in diesen Tagen mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung. Dazu die Empfehlung: Wer Sorge hat, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, sollte zunächst telefonisch den Hausarzt oder die Hausärztin kontaktieren. Die Verwaltung nimmt die Sorgen der Münsteraner sehr ernst, rät zur Besonnenheit und setzt auf Fakten. Auf vielen Kanälen informieren die Ämter der Stadtverwaltung aktuell und fortlaufend über das Coronavirus. Dazu zählen die Homepage www.muenster.de mit Informationen zu häufig gestellten Fragen, weiterführenden Links zum Robert-Koch-Institut, NRW-Gesundheitsministerium, Uniklinikum Münster, mit Telefonnummern sowie Tipps zur Hygiene. Und: Infektionsschutz fängt bei jedem einzelnen an: Auf das Händeschütteln verzichten, Hände mit Wasser und Seife waschen, in die Armbeuge niesen und Abstand halten zu anderen Menschen. (www.muenster.de/corona sowie www.ukm.de)
UKM Notaufnahme: Münsters neuer Emergency Room
LFP Redaktion

UKM Notaufnahme: Münsters neuer Emergency Room

Zwischen vierzig und fünfzig Patienten am Tag durchlaufen im Schnitt die neue interdisziplinäre Notaufnahme am UKM. Alle müssen unmittelbar medizinisch eingeschätzt und der entsprechenden Behandlung zugeführt werden. Seit 2017 ist sie bei laufenden Betrieb vergrößert worden: Entstanden ist die hochmoderne UKM Notaufnahme. Der letzte Anstrich ist kaum getrocknet, wenn die neuesten Untersuchungsräume der UKM Notaufnahme (Universitätsklinikum Münster) in Betrieb gehen. Für rund 1,8 Millionen Euro wurde die ehemalige LANO im laufenden Betrieb umgebaut und ist nun mehr als anderthalb Mal so groß. Auf jetzt 625 Quadratmetern wird der komplexe Zufluss von Notfallpatienten ins UKM gemanagt. Im Jahr 2018 wurden über die Notaufnahme mehr als 16.500 Patienten aufgenommen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren waren es 11.000 Patienten, im Jahr 2000 lediglich 4.000 Patienten. Jeder Laie „weiß“ spätestens durch die US-amerikanische Arztserie „Emergency Room“, dass bei Notfallpatienten jede Minute zählt. In die Wirklichkeit der UKM-Notfallmedizin übersetzt heißt das: Bei der Aufnahme wird nach dem sogenannten „Manchester-Triage-System“ gearbeitet. Die Patienten werden je nach Dringlichkeit der Versorgung eingestuft und innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens untersucht. Die UKM Notaufnahme ist außerdem Bestandteil der speziell zertifizierten Einheiten für Brustschmerz (Chest Pain Unit – in Kooperation mit der Klink für Kardiologie I) und Schlaganfallversorgung (Stroke Unit – Klinik für Neurologie) und führt eigene Observationsbetten (Überwachungsstation). „Wir haben hier eine Filterfunktion. Je besser die Notfälle bereits direkt in der Notaufnahme eingestuft und untersucht werden, desto weniger kommt es zu Fehlbelegungen auf den Stationen,“ heißt es vom Leiter Prof. Philipp Kümpers. Auch die Liegedauer auf den Stationen könne so teilweise erheblich reduziert werden. „Viele Patienten können nach fokussierter Diagnostik sogar direkt aus der Notaufnahme nach Hause entlassen werden,“ so Kümpers weiter. Interdisziplinäre Teamarbeit zwischen Medizin-Team und Bau-Team der UKM Infrastruktur Management GmbH (UKM IM): Clevere Planung und Anordnung der neuen Räume tragen zur besseren Notfallversorgung bei. „Unsere UKM Notaufnahme hat endlich den Platz, den sie auch dringlich benötigt. Vor allem aber durch die hervorragende gemeinsame Vorplanung und Umsetzung des medizinischen Teams sowie des Bau-Teams unserer UKM IM, sind die Räumlichkeiten so clever angeordnet und auf dem neuesten Stand der Technik, dass die Notfallversorgung – und damit auch die Patientensicherheit – erheblich verbessert werden konnte“, freut sich der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des UKM Prof. Hugo Van Aken. Neben einer Überwachungsstation mit zehn voll ausgestatteten Observationsbetten wurde insbesondere ein großer Schockraum in Betrieb genommen. Patientenströme sind jetzt strikt getrennt: Mobile Patienten melden sich nun an einer eigenen Anmeldung und werden in unmittelbar angrenzenden Räumlichkeiten aufgenommen, während vom Rettungsdienst eingelieferte Patienten unabhängig davon direkt im stationären Teil der Notaufnahme angenommen werden. Die zwischen dem ambulanten und stationären Teil angeordneten Nebenräume ermöglichen einen optimalen Ablauf der Patientenversorgung beider Bereiche. Neue Untersuchungs- und Behandlungsräume: Drei Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie zwei Isolationszimmer mit eigenem WC, Vorschleuse und separatem Zugang stehen jetzt außerdem zur Verfügung.
Virtual-Reality-Tour durch das eigene Gehirn: Den Tumor sehen und verstehen
LFP Redaktion

Virtual-Reality-Tour durch das eigene Gehirn: Den Tumor sehen und verstehen

Münster - Jonas Thiet erinnert sich gut an das Gefühl der Unsicherheit. Als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. „Ich war erst mal völlig mit der Situation überfordert“, blickt der heute 27-Jährige auf die erste Zeit nach der Diagnose „Hirntumor“ zurück. Damals – vor knapp drei Jahren – half es ihm, so viel wie möglich über seine Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten zu erfahren. Daher zögerte Thiet nicht lang, als ihm Dr. Markus Holling, Oberarzt in der Klinik für Neurochirurgie des UKM (Universitätsklinikum Münster), jetzt im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen im UKM-Hirntumorzentrum anbot, mithilfe einer VR-Brille (VR = virtual reality) eine Reise ins eigene Gehirn zu unternehmen. „Manche kennen VR-Brillen bereits von der heimischen Spielkonsole – im Zentrum nutzen wir diese Technik aber nun zur besseren Visualisierung des Hirntumors“, erklärt der Mediziner. „Patienten sollten so gut es geht über ihre Erkrankung Bescheid wissen“, betont auch sein Kollege Dr. Dr. Oliver Grauer, Oberarzt in der Klinik für Neurologie. Als erstes Hirntumorzentrum in Europa setzt das interdisziplinäre Team rund um Grauer und Holling die VR-Technik mit einer neuen Software aus der Schweiz ein, um z.B. vor einer Operation die genaue Lage des Tumors und die benachbarten Regionen zu veranschaulichen und einen Eindruck davon zu vermitteln, was während des Eingriffes passiert. Das Modell des Gehirns wird dabei anhand von MRT-Aufnahmen generiert. Der Patient kann sich die Bilder durch die VR-Brille direkt in 3D ansehen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die virtuelle Tour durch den Kopf an einem großen Bildschirm zu verfolgen. „Dabei ist keinerlei anatomisches Vorwissen erforderlich“, erzählt Holling. „Wir sind immer dabei und erklären die relevanten Strukturen.“ Jonas Thiet, bei dem der Tumor bereits kurz nach der Diagnose erfolgreich entfernt wurde, kommt nach einer anschließenden Chemo- und Strahlentherapie heute noch regelmäßig alle drei Monate zur Nachsorge aus seinem ostfriesischen Heimatort nach Münster. Bei Patienten wie ihm können die Mediziner mit Hilfe der VR-Technologie das Ergebnis nach einer OP darstellen. „Ein Hirntumor ist eine sehr komplexe Erkrankung“, sagt Holling. „Das ist was anderes als ein gebrochenes Bein. Die Betroffenen haben vor und nach dem Eingriff viele Fragen – z.B. zu den neurologischen Folgen oder dem weiteren Therapieverlauf.“ Auch Thiet suchte so viele Antworten wie möglich. „So habe ich gesehen, was alles möglich ist“, erzählt der gelernte Koch, der inzwischen ein eigenes Restaurant betreibt. Das Vertrauen in die Ärzte, in die neuen Verfahren und Technologien helfe ihm, wieder ein Stück Sicherheit zurückzugewinnen.
Neues Notfalltraining am UKM bringt Sicherheit für Patienten
LFP Redaktion

Neues Notfalltraining am UKM bringt Sicherheit für Patienten

Münster - Notfall ist gleich Notfall? Natürlich nicht! Im schlimmsten Fall müssen Patienten reanimiert, also wiederbelebt werden - doch längst nicht jeder Notfallpatient ist automatisch reanimationspflichtig. Viele Patienten, die stationär im UKM (Universitätsklinikum Münster) versorgt werden, müssen allerdings trotzdem infolge z. B. eines Herzinfarktes, Schlaganfalls oder plötzlicher Atemnot während ihres Krankenhausaufenthaltes notfallmäßig behandelt werden. Um die Sicherheit dieser Patientengruppe weiter zu erhöhen, geht das UKM nun neue Wege. Aktuell wird im Klinikum ein strukturiertes Notfalltraining etabliert, in dem die Mitarbeitenden berufsgruppenübergreifend verstärkt in nicht-reanimationspflichtigen Notfällen geschult werden. „Im Krankenhausalltag steht bei Schulungen häufig die Reanimation im Vordergrund. Unser Ziel ist es, die Beschäftigten im Umgang mit kritisch Kranken durch einen klar strukturierten und festgelegten Ablauf zu stärken und so im besten Fall Reanimationen zu vermeiden“, sagt Christian Hackmann vom UKM Trainingszentrum. Im UKM Trainingszentrum finden in modernen Räumlichkeiten umfassende Schulungen für UKM-Beschäftigte verschiedener Berufsgruppen und Disziplinen statt. Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufsgruppen in Schulungen und Trainings zusammenzubringen, diese Philosophie wird bereits seit 2007 am UKM umgesetzt. Im Fall des neuen Notfalltrainings kommen die Idee und Konzeption direkt aus der UKM-Mitarbeiterschaft: Der ausgebildete Kranken- und Gesundheitspfleger und Rettungssanitäter Pascal Hülsmann hat ein Schulungskonzept entwickelt, in das seine Erfahrungen aus beiden Ausbildungen einfließen. „Im Rettungsdienst habe ich regelmäßig praktische Fallsimulationen zu den häufigsten Notfällen außerhalb der Reanimation kennengelernt. Ich glaube, dass wir davon auch im UKM profitieren und Vorreiter in der Krankenhauslandschaft sein können“, betont Hülsmann. Um den Zeitaufwand im Stationsalltag gering zu halten, hat Pascal Hülsmann das Konzept mit Unterstützung des UKM Trainingszentrums in vier Blöcke aufgeteilt: Den theoretischen Algorithmus stellt er während der regulären Team-Besprechungen der Stationen vor, das dazugehörige Handbuch können die Teilnehmenden eigenständig durcharbeiten. Darauf aufbauend findet für jeden Mitarbeiter eine kurze Schulung auf den Stationen statt, die u.a. eine strukturierte Einschätzung von kritischen Patienten vermittelt.

1  2 ...    12