Rubrik: Wirtschaft, Versicherung & Finanzen

LWL-Etat 2018: Abgeordnete beraten über Senkung der Umlage
LFP Redaktion

LWL-Etat 2018: Abgeordnete beraten über Senkung der Umlage

Münster - Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wird den Umlagehebesatz für seine 27 Mitgliedskreise- und -großstädte um voraussichtlich 1,4 Prozentpunkte von 17,4 auf 16,0 Prozent senken. Das haben am Donnerstag (23.11.2017) in Münster LWL-Direktor Matthias Löb und LWL-Kämmerer Dr. Georg Lunemann den 116 Abgeordneten in der westfälisch-lippischen Landschaftsversammlung vorgeschlagen. Die Abgeordneten werden den Planentwurf des 3,5-Milliarden-Etats für 2018 nun beraten und Anfang Februar darüber beschließen. Die kräftigste Hebesatzsenkung seit 2001 wird möglich, weil sich die Einnahmen des LWL deutlich verbessern und sich zugleich die Ausgabensituation leicht entspannt. LWL-Kämmerer Dr. Georg Lunemann: "Bei den Einnahmen sorgen steigende Schlüsselzuweisungen nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz mit einem Plus von 10,4 Prozent oder 52 Mio. Euro für Entlastung" Außerdem erhöhe sich dank guter Konjunkturentwicklung die Steuerkraft der meisten LWL-Mitgliedskreise und -städte, somit auch die Bemessungsgrundlage für deren LWL-Umlagezahlung. Lunemanns Erläuterung dazu: "Die erhöhte Bemessungsgrundlage bewirkt, dass die Umlage trotz deutlicher prozentualer Senkung bei der sogenannten Zahllast, also in Euro und Cent, unter dem Strich für alle 27 LWL-Mitglieder um insgesamt 9,6 Mio. Euro leicht steigt. Allerdings hätte diese Zahllast ohne die jetzt geplante prozentuale Absenkung um stattliche 194 Mio. Euro höher gelegen." Auf der Ausgabenseite wirken sich etwa beim Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) für Menschen mit Behinderung geringere Fallzahlen als bislang angenommen kostenmindernd aus. Ähnlich die Entlastung zum Beispiel bei den LWL-Aufwendungen für Bewohner stationärer Behindertenhilfe-Einrichtungen: Nach neuer Gesetzeslage müssen Pflegekassen Geldleistungen für Betroffene in größerem Umfang übernehmen als bisher im LWL-Etat einkalkuliert.
Abfallwirtschaftskonzept bewirkt Gebührenstabilität
LFP Redaktion

Abfallwirtschaftskonzept bewirkt Gebührenstabilität

Münster - Ob Lebensmittel, Mietkosten oder Dienstleistungen – alles wird teurer. Fast alles. Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) haben jetzt ihren Wirtschaftsplan 2018 vorgelegt und gute Nachrichten. Die Abfallgebühren werden im kommenden Jahr nicht erhöht. „Nach aktueller Sachlage können wir sie sogar bis einschließlich 2019 stabil halten“, unterstreicht Stadtrat Matthias Peck. „Das bedeutet zehn Jahre Gebührenkonstanz“, ergänzt AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp. Für 2020 rechnen die AWM nach derzeitigem Stand mit einem leichten Gebührenanstieg im einstelligen Bereich. Die stabilen Abfallgebühren wurden vor allem in den vergangenen zwei Jahren durch die Übernahme der Restabfallbehandlungsanlage von einem privaten Betreiber und der daran anschließenden Optimierung des Anlagenverbundes erzielt. „Die politische Entscheidung, die Anlage zurück in kommunale Hand zu geben, war 2015 mit der Forderung verknüpft, im Anlagenbetrieb deutliche Einsparungen zu erzielen und so die Gebühren bis 2020 stabil zu halten. Die AWM sind diesem Vertrauensvorschuss gerecht geworden“, unterstreicht Ludger Steinmann, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des AWM-Betriebsausschusses. Allgemeine Preissteigerungen und Mehrkosten – die zum Beispiel durch neue bzw. erweiterte Reviere in einer kontinuierlich wachsenden Stadt entstehen – konnten im vergangenen Jahr außerdem zu einem gewissen Anteil aus der Auflösung von Gebührenüberschüssen aus den Vorjahren und durch Mehrreinnahmen im Gebührenbereich ausgeglichen werden. „Diese Mehrreinnahmen sind ebenfalls das Resultat der steigenden Einwohnerzahlen“, so Hasenkamp Bereits 2015 hatte der kommunale Eigenbetrieb der Stadt Münster Minderausgaben von rund 300 000 Euro durch die Übernahme der Restabfallbehandlungsanlage prognostiziert. „Seit 2016 können wir in der Gebührenkalkulation dauerhaft weitere rd. 1,3 Millionen Euro an Einsparungen durch den Betrieb der Restabfallbehandlungsanlage berücksichtigen. Hinzu kommen seit Anfang 2017 jährlich weitere 1,7 Millionen Euro, die wir durch das technisch optimierte Verfahren zur Behandlung von Bio- und Grünabfällen erzielen“, so Hasenkamp. Der optimierte Anlagenverbund am Entsorgungszentrum ist die Grundlage des bis 2021 gültigen Abfallwirtschaftskonzepts der Stadt Münster. „Wir sind damit genau auf dem richtigen Weg. Nicht nur aus ökonomischer, auch aus ökologischer Sicht. Durch die innovative und zukunftsweisende Anlagentechnik zeigen wir einmal mehr, dass die Abfallwirtschaft in Münster Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist“, unterstreicht Peck.
Oberbürgermeister Lewe und Stadtkämmerer Reinkemeier legen Haushaltsplanentwurf 2018 vor
LFP Redaktion

Oberbürgermeister Lewe und Stadtkämmerer Reinkemeier legen Haushaltsplanentwurf 2018 vor

Münster - Steigende Steuereinnahmen und Entlastungen durch Land und Bund eröffnen mit dem Haushaltsplanentwurf 2018 der Stadt Münster die Chance, bei Fortführung der Konsolidierung den Haushaltsausgleich zu erreichen. Derzeit plant die Stadtverwaltung noch mit einem Defizit in Höhe von 21,2 Mio. Euro für das Haushaltsjahr 2018. "Die weiterhin guten Gewerbesteuereinnahmen und die Aussicht, dass Münster 2018 wieder Schlüsselzuweisungen vom Land erhält, senken das Defizit im Vergleich zu den Vorjahren", beschreibt Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier die aktuelle Finanzlage. Oberbürgermeister Markus Lewe: "Diese Chance auf den Haushaltsausgleich gilt es zu nutzen. Dafür lohnt es sich, die Anstrengungen zur nachhaltigen Haushaltssanierung uneingeschränkt fortzusetzen." Die Stadt erwartet für das Jahr 2018 Erträge in Höhe von 1,15 Mrd. Euro. Demgegenüber stehen Aufwendungen von 1,17 Mrd. Euro. In den folgenden Jahren sinkt das Defizit von 19,6 Mio. Euro in 2019 auf 3,6 und 6,6 Mio. Euro in 2020 und 2021. Die sprunghafte Verbesserung ab 2020 ist auch auf das Auslaufen des Fonds Deutsche Einheit zurückzuführen. Oberbürgermeister Lewe begrüßt die aktuellen bundes- und landespolitischen Entwicklungen: "Die neue Landesregierung in Düsseldorf hat Entlastungen der Kommunen beim Unterhaltsvorschuss angekündigt und wird mit dem Gemeindefinanzierungsgesetz 2018 voraussichtlich Entlastungen für Empfänger von Schlüsselzuweisungen beschließen", so Lewe. "Diese Rahmenbedingungen können wir in den kommenden Jahren für unser Ziel Haushaltsausgleich nutzen", zeigt sich Stadtkämmerer Reinkemeier zuversichtlich. Voraussetzung bleibt jedoch das Projekt "Nachhaltige Haushaltssanierung" (NaSa). "Wir müssen die NaSa mit den vereinten Kräften von Rat und Verwaltung weiter vorantreiben", sagte OB Lewe. Reinkemeier kündigte an, die Verwaltung werde zur Haushaltsberatung Beschlussvorlagen mit Untersuchungsergebnissen aus mehreren Ämtern einbringen, die zu strukturellen Einsparungen führen sollen. "Mit der Fortführung der eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen, einer genauen Analyse und sachgerechten Schätzungen der Risikopositionen und einer sparsamen Haushaltsbewirtschaftung können wir auch in Zukunft Verbesserungen zwischen Haushaltsplan und zugehörigem Jahresabschluss erzielen", beschreibt der Stadtkämmerer den eingeschlagenen Pfad der Haushaltssanierung. "Das kann die Chance eröffnen, die verbleibende Ausgleichsrücklage so abzusichern, dass die Stadt die Haushaltssicherung vermeidet und darüber hinaus dem Haushaltsausgleich schrittweise näher kommt", so Reinkemeier. Oberbürgermeister Lewe: "Es zeichnet sich ab, dass das Land und der Bund Rahmenbedingungen schaffen, die es Münster ermöglichen, aus eigener Kraft den Haushaltsausgleich zu erreichen und die städtischen Finanzen zukunftssicher aufzustellen."
Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH zu Risiko-Management
LFP Redaktion

Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH zu Risiko-Management

Wo sich für Unternehmen Chancen ergeben, lauern auch Risiken, die Geschäftsprozesse, Wachstum und wirtschaftliche Ergebnisse beeinflussen können. Beim Business Breakfast der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) beschrieb GWS-Gründungs-Geschäftsführer Helmut Benefader den erfolgreichen Umgang mit gefährlichen Einflussfaktoren. „Wenn Sie im Zuge der strategischen Ausrichtung Ihres Unternehmens Chancen definieren, dann identifizieren sie auch rechtzeitig Risiken und bewerten diese“, erklärte Benefader vor mehr als 140 Vertretern aus Münsters Wirtschaft. Bei der GWS würden Risiken in verschiedene Schadensklassen eingeordnet und auch nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert. „Die Höhe des Risikos ergibt sich aus Schadenshöhe mal Eintrittswahrscheinlichkeit“, nannte Benefader die „einfache Formel. Man muss sich als Unternehmen damit nur auseinandersetzen“ und Maßnahmen ergreifen. WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers lobte das Risiko-Management bei der Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme als integralen Bestandteil des Führungs- und Managementsystems. Das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens verdeutliche, dass dessen Leitung das Erkennen, Bewerten und Steuern gefährlicher Einflüsse als Grundpflicht begreife. Die GWS Unternehmensgruppe ist im deutschsprachigen Raum mit zirka 1.200 Kunden mehr als 370 Mitarbeitern einer der marktführenden Anbieter von ERP-Branchenlösungen im verbundorientierten Groß- und Einzelhandel. Das Angebot umfasst die Entwicklung der Branchenlösungen und die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, Business Apps, Cloud-Lösungen bis hin zum Consulting und Support. „Wir als GWS sind dauerhaft Veränderungen unterzogen. Im Moment verändert sich die Arbeitswelt in Geschäftsprozessen auch im Bürobereich massiv. Und diese Veränderungen wahrzunehmen, sich darauf einzustellen, ist eben unsere Herausforderung.“ Benefader beschrieb das Risikomanagement als ein für den Mittelstand praxisorientiertes Management, das im gesamten Unternehmen gelebt würde und alle Mitarbeiter einbeziehe. „Risikomanagement heißt, Risiken ins Visier zu nehmen, sie kontrollierbar zu machen, Maßnahmen zu ergreifen und vorzudenken.“ Der Geschäftsführung obliege die Hauptaufgabe der Kommunikation über die Unternehmensstrategie und –ziele sowie die Definition der Verantwortlichkeiten. „Bewertung, Identifikation und Kommunikation ist wesentliche Aufgabe für die Verantwortlichen.“ Steuern, und nicht gesteuert werden, rechtzeitig erkennen und selber zu handeln – das sei das Ziel. Denn: Risiken managen heißt, sie als Chance zu begreifen.

1  2 ...    2