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Ruhrgebiet (NRW)

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Rubrik: Sonstiges

Neuer LWL-Film: Mit dem Körper hören
LFP Redaktion

Neuer LWL-Film: Mit dem Körper hören

Dortmund - Musik ist nicht nur das, was man mit den Ohren wahrnehmen kann: Das lernten Schülerinnen und Schüler in der Projektwoche an der Rheinisch-Westfälischen Realschule in Dortmund. Dort kam die ausgebildete Profitänzerin Kassandra Wedel, vielen bekannt aus der TV-Show "Deutschland tanzt", mit Schülerinnen und Schülern der Förderschule des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu einem HipHop-Workshop zusammen. Der Workshop war eine Kooperation mit dem Zentrum für Gehörlosenkultur aus Dortmund. In der LWL-Förderschule gab es in der Vergangenheit schon Workshops mit Tanzelementen aus dem Ballett, doch ein Workshop speziell mit Elementen des HipHops fand zum ersten Mal statt. Kassandra Wedel ließ die Tanzbegeisterten der achten Klasse die Erfahrung machen, dass Tanzen auch ohne hörbare Musik möglich ist - es reichen die Vibrationen der Musikinstrumente, vor allem der Bässe des Subwoofers. Anstatt die Töne zu hören, fühle die Profitänzerin die Schwingungen der Töne, berichtet Wedel. Außerdem sorgten große Spiegel in der Turnhalle dafür, dass Wedel als Vortänzerin immer sichtbar blieb. Im Workshop beschäftigten sich die Schülerinnen mit ihrem eigenen Rhythmusgefühl und mit der Frage, was eigentlich Rhythmus bedeutet. Gleichzeitig lernten sie ein ganzes Repertoire an typischen Tanzbewegungen aus der HipHop-Szene kennen. Dabei probierten sie sich aus an roboterhaften Bewegungen, wilder Gestik, die an Bewegungen von Marionetten erinnern sowie an akrobatischen Drehungen verschiedener Körperpartien. Auch Improvisationstheater gehörte in der Woche mit zum Aufwärmprogramm. Am Ende hatten sich die Jugendlichen eine Choreografie erarbeitet, zu der sie auch eigene Tanz-Ideen lieferten. Mitorganisator des Workshops Sebastian Tiedemann staunte über den Mut, den die Schüler beim Tanzen an den Tag legten. "Ich habe einige der Schüler zu Beginn des Workshops als sehr schüchtern kennengelernt und im Zuge des Projekts kam wirklich jeder immer mehr aus sich heraus", sagt Tiedemann. "Das ist wirklich schön zu sehen, mit wieviel Spaß und Elan alle dabei sind und sich vor allem auf die anderen einlassen." Dies bestätigte auch die Profitänzerin, die während des Projekts viele verschiedene Charaktere kennenlernte. "Jeder hat viel Mut bewiesen, aus seiner Komfortzone herauszugehen", lobt Wedel die Jugendlichen. Doch diese aus der Reserve zu locken, fiel Profitänzerin Wedel nicht schwer. "Frau Wedel war von Anfang an komplett auf die Schüler eingestellt, ihr war das Miteinander sehr wichtig", sagt Sportlehrerin Lydia Wecker. Sie beobachtete, dass die Schüler sehr konzentriert und stets motiviert dabei waren und der bei den Jugendlichen sehr beliebten Profitänzerin regelrecht an den Lippen hingen. Ein Star zum Anfassen. In dem Workshop tanzten sowohl gehörlose als auch schwerhörige Schüler mit, die Kommunikation funktionierte in Lautsprache, in Gebärdensprache, mit Gestik und Mimik - und manchmal einfach nur mit Händen und Füßen. Johanna Rempel war eine der Teilnehmerinnen des Workshops und sehr begeistert von dem Tanzstil. Bei den Übungen lernte sie ihren Körper und ihre Arme so zu bewegen, dass die Illusion entsteht, als flössen Wellen durch ihren Körper. "Das Tanzen mit Kassandra macht unglaublich viel Spaß, weil Kassandra gut erklären kann und ihre Mimik cool ist", sagt die 14-Jährige. Aus dem Workshop nehmen sie und ihre Mitschüler mit, dass Musik nicht nur das ist, was man mit den Ohren wahrnehmen kann, sondern auch über Schwingungen zu erfühlen ist. Es kommt ganz auf die Wahrnehmung jedes Tänzers an, wie er mit dem Körper hört. Hintergrund: Die Rheinisch-Westfälische Realschule ist in der Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen - Lippe (LWL). An der Schule werden aktuell 170 Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Hörschädigungen im Bildungsgang der Realschule unterrichtet. Da es die einzige Realschule für Hörgeschädigte in ganz Nordrhein-Westfalen ist, kommt die Schülerschaft aus dem ganzen Bundesland. Ungefähr ein Drittel wohnt aufgrund der Entfernung im LWL-Schülerinternat in Dortmund-Aplerbeck. Darüber hinaus betreuen die Lehrkräfte der RWR derzeit 120 Schülerinnen und Schüler mit Hörschädigungen der Sekundarstufe I und Sek II an 62 Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen im westlichen Einzugsgebiet der Bezirksregierung Arnsberg.
Start des 1.000 Bänke-Programms in Bochum
LFP Redaktion

Start des 1.000 Bänke-Programms in Bochum

Bochum - Kurz Platz nehmen, ein wenig verweilen, einfach mal innehalten und etwas Kraft tanken: 1.000 zusätzliche Bänke für Bochum sollen dazu einladen. Bis 2020 sollen zusätzlich bis zu 1000 Bänke im gesamten Stadtgebiet die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern. Dazu hatte die Stadt Bochum, unterstützt von der Bochumer Lokalredaktion der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), im Mai die Aktion „1000 Bänke für Bochum“ gestartet und damit auf einen häufig geäußerten Wunsch der Bürgerinnen und Bürger „nach mehr Verweilqualität“ in der Innenstadt, in den Stadtteilen und in den Wohnquartieren reagiert. Die erste Bank wurde am 7. November in der Fußgängerzone in Bochum-Wattenscheid aufgestellt worden. Spender dieser Bank ist der Medienpartner des Projektes, die WAZ Bochum. Alle weiteren Bänke bisher gespendeten werden sukzessive bis Frühjahr 2019 aufgestellt. Das „1.000-Bänke-Programm“ funktioniert dabei nach dem „Aus eins mach zwei“-Prinzip: „Für jede gespendete Bank stellen wir eine weitere auf“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. Drei Modelle stehen zur Auswahl: der leicht geschwungene Bank-Typ, der mit seinem modernen Design die Innenstadt schmücken soll. Für Wälder, Parks, Rad- und Wanderwege gibt es einen Bank-Klassiker, der sich mit einer gelungenen Kombination aus Holz und Stahl bewährt hat. Für die Stadtteile setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit: Das dafür zur Auswahl stehende Modell besteht aus wiederverwerteten Materialien. Die Aktion ist gut gestartet: Bisher sind 348 Bänke für Bochum zugesichert. Rund verschiedene 80 Spender haben sich gemeldet und ihre Wünsche mitgeteilt: 60 Bänke sind für die Innenstadt, 103 Bänke für Außenbezirke und 115 Bänke für Park- und Grünanlagen vorgesehen. „Vielen Dank an alle, die gespendet haben. Es ist klasse, wie einfallsreich die Bürgerinnen und Bürger mit der Aktion umgehen“, so OB Eiskirch. „Es werden Bänke zum Geburtstag gespendet, Vereine spenden zum Jubiläum, Firmen zur Einweihung neuer Gebäude.“ Anlässe gibt es genug und weitere interessierte Spender sind natürlich herzlich willkommen. Es können Bänke komplett oder anteilig gespendet werden, Standortwünsche können genannt werden, die von der Stadt geprüft werden. Auf Wunsch kann eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden. Auch die Anbringung einer Spenderplakette auf der Bank ist möglich. Die Verwaltung hat bereits aktuell 163 Einzel-/Mehrfachstandorte geprüft. Die Bankstandorte in der Innenstadt, die vom jährlichen Weihnachtsmarkt betroffen sind, werden in 2018 nicht mehr aufgestellt. In den Folgejahren werden die Bänke jeweils für die Zeit des Weihnachtsmarktes demontiert und eingelagert. Für den Stifter entstehen daraus keine Kosten. Auch der Stadtverband der Bochumer Kleingärten beteiligt sich an der Aktion. 70 Bänke werden in den Kleingärten aufgestellt. Die Stadt Bochum prüft standortbezogen, inwieweit eine Erhöhung der Sitzfläche auf ca. 48cm für Seniorinnen und Senioren sinnvoll ist. Interessierte richten Ihre Standortvorschläge oder Spendenwünsche bitte an 1000Baenke@bochum.de. Die Verwaltung hat bereits eine Vorauswahl von verschiedene Banktypen getroffen, die den Anforderungen für den öffentlichen Raum gerecht werden (u.a. feste Bodenverankerung, langlebiges Material, Anti-Graffiti-Beschichtung).
"Heimatkino": LWL beleuchtet mit neuem Dokumentarfilm die Kinokultur im Ruhrgebiet
LFP Redaktion

"Heimatkino": LWL beleuchtet mit neuem Dokumentarfilm die Kinokultur im Ruhrgebiet

Gelsenkirchen - Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dokumentiert mit Unterstützung des Regionalverbandes Ruhr und der Kulturstiftung Masthoff in dem Film "Heimatkino" die sich wandelnde Kinokultur im Ruhrgebiet. Daniel Huhn, Stefan Kreis und Benjamin Leers beleuchten in dem Film in einer Reihe von Episoden den Untergang und die Wiederauferstehung der Orte, die Filme zu einem Kinoerlebnis gemacht haben und immer noch machen. "Dabei präsentiert unser Film ganz unterschiedliche Formen der Kinokultur", sagt Filmemacher Daniel Huhn: "Vom Auto- und Bahnhofskino über Filmclubs und anspruchsvolle Programmkinos bis zu den großen Lichtspieltheatern. Und er lässt die zu Wort kommen, die Kinokultur bis heute mit Leben füllen." Seit über 100 Jahren gibt es in Westfalen "Kinemathographen-Theater", wie sie in den Anfängen hießen. Seitdem haben Kinos ganzen Generationen Unterhaltung und Zerstreuung geboten, aber auch die geistige und kulturelle Entwicklung vieler Menschen mitgeprägt. "Gerade im Ruhrgebiet waren Kinos neben Trinkhallen, Schrebergärten und Fußballplätze lange Zeit ein fester Bestandteil der Alltagskultur. Wo heute noch ein paar Multiplexe stehen und manche Programmkinos ums Überleben kämpfen, existierten in den 1950er Jahren zwischen Duisburg und Dortmund, Hamm und Hagen hunderte von Kinos", so Hahn. Dabei hatte das Kino als Kulturgut lange Zeit einen schweren Stand: Am Anfang haftete ihm in den sogenannten bürgerlichen Kreisen ein ausgesprochenes Schmuddel-Image an. Die Unkontrollierbarkeit der verdunkelten Kinosäle und die angeblich gesundheitsschädigenden Folgen der flimmernden Bilder mobilisierte vor allem bei Jugendschützern heftige Gegenwehr. Seit den 1960er Jahren sind es nicht mehr solche Bedenken, die dem Kino das Leben schwermachen, sondern eher technische Entwicklungen: zunächst der Siegeszug des Fernsehens, dann das Aufkommen der VHS-Kassetten und später von DVD und Beamer, seit einigen Jahren der Siegeszug der bewegten Bilder im Internet: Youtube und Netflix lassen grüßen. "Trotzdem hat sich das Kino bis heute seine Faszination bewahrt - und sich immer wieder neu erfunden", sagte Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen, bei der Premiere des Films "Heimatkino. Kinokultur im Ruhrgebiet" in der Schauburg in Gelsenkirchen. "Der Film 'Heimatkino' ist eine Liebeserklärung an das Kino als kulturellen Ort - nicht nur im Ruhrgebiet. Mit der DVD-Edition machen wir ihn einem breiten Publikum und auch für die Bildungsarbeit zugänglich." Die DVD ist ab sofort für 14,90 Euro bestellbar über den Internetshop http://www.westfalen-medien.lwl.org oder per Post an das LWL-Medienzentrum für Westfalen, Fürstenbergstraße 13-15, 48147 Münster.
"Alles nur geklaut?" - LWL-Industriemuseum startet Fotowettbewerb zum Thema Wissenstransfer
LFP Redaktion

"Alles nur geklaut?" - LWL-Industriemuseum startet Fotowettbewerb zum Thema Wissenstransfer

Dortmund - "Alles nur geklaut?" Das fragt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in einer großen Sonderausstellung zum Thema Wissenstransfer im kommenden Jahr auf der Zeche Zollern in Dortmund. Im Vorfeld lobt das LWL-Industriemuseum einen Fotowettbewerb zum Thema aus. Das Museum sucht Bilder, die sich den abenteuerlichen Wegen des Wissens widmen. "Ob man Quellen des Wissens in den Fokus nimmt, mit der Idee von Original und Kopie spielt oder sich als vermeintlicher Spion in Szene setzt - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt", erklärt Projektleiterin Anja Hoffmann. Der Wettbewerb für Hobbyfotografen läuft vom 15. Oktober bis zum 31. Dezember 2018. In dieser Zeit können Teilnehmer bis zu drei Motive hochladen. Das geht über die Internetseite der Ausstellung http://www.allesnurgeklaut.lwl.org oder mittels Hashtag und Markierung auf dem eigenen Instagram-Account (#allesnurgeklaut_lwl @lwlindustriemuseum). Nach Einsendeschluss ermittelt eine Fachjury auf der Internetseite drei Gewinnerbilder. Auf Instagram wählt das Publikum drei eigene Favoriten. Das Mitmachen lohnt sich: Den sechs Siegern winken Wertgutscheine für Fotodrucke des Wettbewerbs-Sponsors "meinfoto.de". Die 60 beliebtesten Motive werden ab März 2019 als Zaungalerie vor den Toren der Zeche Zollern den Besuchern den Weg zur Ausstellung weisen. Außerdem ist eine Postkartenserie mit den Gewinnerbildern geplant. Die Ausstellung Die Sonderausstellung "Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens" (23. März bis 13. Oktober 2019) zeigt, wie Wissen geschaffen, geteilt und geschützt wird. Sie stellt Erfinder, Fälscher, Spione und Whistleblower vor und nimmt die Besucher mit auf eine Zeitreise von der Antike bis zur Gegenwart. Das Spektrum der Exponate reicht vom mittelalterlichen Kirchenbuch bis zum Computerchip, vom 3.000 Jahre alten Scheibenrad bis zum Fischer-Dübel, von Meißener Porzellan über ein Stopfei aus der Erfinderwerkstatt von Konrad Adenauer bis zum modernen Tesla-Motorrad. Spannung versprechen Abteilungen zur Spionage in beiden Weltkriegen und der Zeit des Kalten Krieges. In Szene gesetzt werden dort Objekte wie eine BH-Minikamera, die Verschlüsselungsmaschine Enigma und Teile von V2-Raketen. In der Garderobe der Tänzerin Mata Hari kommen Besucher der berühmten Spionin auf die Spur. Beim Gang durch einen Spionagetunnel aus Berlin erkunden Gäste die geheimen Wege des Wissens im geteilten Deutschland. Ein besonderes Erlebnis versprechen sechs in die Ausstellung integrierte Escape-Rooms. In kleinen Gruppen müssen die Besucher hier Aufgaben lösen. Ist der Code geknackt, öffnet sich die Tür zur nächsten "geheimen Kammer des Wissens". Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Fotowettbewerb "Alles nur geklaut?" gibt es auf http://www.allesnurgeklaut.lwl.org
Maritimes Flair mitten in Westfalen: Der Botanische Garten Rombergpark hat nun eine Dünenlandschaft
LFP Redaktion

Maritimes Flair mitten in Westfalen: Der Botanische Garten Rombergpark hat nun eine Dünenlandschaft

Dortmund ist um eine neue Attraktion reicher: Heute (Donnerstag) eröffnet die größte künstliche Dünenlandschaft in einem Botanischen Garten. Fast 2500 qm Fläche wurden von den Auszubildenden des Geschäftsbereiches Parkanlagen in eine naturnahe Küstenlandschaft verwandelt. In vier Monaten Bauzeit haben sie tausende Tonnen Material bewegt und verbaut. Sand, Felsen und Muscheln sorgen für ein maritimes Flair – genauso wie ein Boot und Steganlagen. Zur Eröffnung pflanzte Stadträtin Birgit Zoerner mit Auszubildenden und Vertretern der Dr. Gustav Bauckloh-Stiftung die ersten Strandgräser. Die Bepflanzung ist wichtig, damit die Gesamtanlage im nächsten Frühling grünt, blüht und auch mechanisch stabilisiert ist. Über 100 seltene Pflanzen, teils Arten von der Roten Liste, werden in Zukunft dort wachsen. Tiere, die auf sandige Böden angewiesen sind, werden ihnen vermutlich folgen. Dünen – ein labiler Küstenschutz Natürliche Dünen und die Landschaften, die sie bilden sind ein natürlicher, aber auch labiler Küstenschutz und stehen in Deutschland unter Naturschutz. Da die aus Sand bestehenden Dünen nur durch Pflanzen wie Strandhafer und -roggen vor Erosion durch Wind und Wellen geschützt sind, ist das Betreten aller Dünen gesetzlich streng untersagt. In den verschiedenen Dünenformen sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten heimisch. Viele stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und bedürfen strenger Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität. Künstliche Küstendünen dienen dagegen der Landgewinnung. Dieses Verfahren wird oft an der deutschen Nordseeküste und in den Niederlanden praktiziert. Dabei steht aber nicht der Schutz der Biodiversität im Vordergrund, sondern die Abgewinnung von Bau-, Nutz und Agrarflächen. Die neue Dünenlandschaft im Botanischen Garten Rombergpark ist zwar künstlich, soll aber eine natürliche Dünenlandschaft darstellen. Die Dr. Gustav Bauckloh Stiftung hat die Anlage finanziell unterstützt. Dünenlandschaft schafft neue Eingangssituation Mit zirka 135 Metern Nord-Südausdehnung und bis zu 20 Metern Breite ist es die größte Dünenanlage, die in einem Botanischen Garten gezeigt wird. Gleichzeitig bildet die Dünenlandschaft eine neue Eingangssituation vom Parkplatz zu den Schaugärten und den Bildungseinrichtungen im Botanischen Garten. Etwa 1500 Tonnen weißer, gewaschener Feinsand wurden dazu eingebaut. Diese bedecken den Unterbau der Einzeldünen, für welche zirka 3500 Tonnen Material bewegt wurden. Bis zu fünf Meter hoch sind die höchsten Bereiche der so genannten Weißdüne. Zahlreiche nordische Findlinge flankieren die Wege, welche sich mit dem Wegesystem der benachbarten Moor-Heidelandschaft verbinden. Von faustgroß bis zu 5,3 Tonnen schwer sind diese rundlichen Felsen. Der Wegebelag besteht aus annähernd sieben Tonnen Muschelschalen – auch dies dient dem maritimen Flair. Genauso wie das fast sieben Meter lange Boot „Blue Berry“. Holzfässer und dicke Schiffstaue lassen den Besucher vergessen, dass man sich mitten im östlichen Ruhrgebiet befindet. Upcycling statt Tropenholz Die Steganlagen in der Dünenlandschaft bestehen nicht, wie sonst oft üblich, aus Tropenholz, sondern aus wiederverwertetem Müll aus der Gelben Tonne. Im Strangpressverfahren wurden daraus holzähnliche Profile für die Flachstege hergestellt. Damit wird dem Gedanken des „Upcycling“ Rechnung getragen. Die gesamte Anlage ist ab heute für die Öffentlichkeit freigegeben. Stadträtin Birgit Zoerner, Dezernentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Sport und Freizeit, hat mit den Auszubildenden der Sport- und Freizeitbetriebe und den Vertretern der Dr. Gustav Bauckloh-Stiftung die ersten Strandhafer und Strandroggen gepflanzt. Später sollen über 100 verschiedene Pflanzenarten in der Dünenlandschaft wachsen. Sie sind maßgeblich für die mechanische Stabilisierung des Sandes. Erst danach werden im Laufe des nächsten Jahres immer mehr andere Arten dazu gepflanzt und angesät. In naher Zukunft werden außerdem Informationstafeln aufgestellt. Salzwiese, Weißdüne, Graudüne Gegliedert ist die Gesamtanlage in Vor- bzw. Primärdüne, Salzwiese, Weißdüne, Graudüne und Braundüne mit Feuchtsenke sowie dem Küstenwald. Die Vordüne ist mit nur einigen Meersenf-Pflanzen fast vegetationsfrei, während die Salzwiesen regelmäßig unter dem Einfluss von Salzwasser und Schlickeintrag stehen. Dort wachsen der berühmte Queller, Strandflieder und Stranddreizack. Daran anschließend entwickelt sich die Weißdüne. Sie ist die höchste aller Dünenformen und meist mit Strandhafer und -roggen bewachsen. Regelmäßig eingewehter Flugsand sorgt dafür, dass diese Dünen immer „weiß“ erscheinen – darum der Name. An die Weißdüne schließt sich die artenreiche, aber nährstoff- und kalkarme Graudüne an. „Grau“ deshalb, weil der Flugsandeintrag fehlt und der Sand durch die geringe Humusbildung gräulich erscheint. Die noch flacheren Braundünen haben schon eine Humusdecke und wirken dadurch braun. Da der Boden sehr sauer ist, wachsen dort verschiedene Heidegewächse wie Krähenbeere und Besenheide. In den Senken der Braundünen kann sich Wasser anstauen und theoretisch auch ein Hochmoor entwickeln. Das ist auch der Grund, warum so viele Moore in Norddeutschland angesiedelt sind. Auf trockenen Braundünen entwickeln sich sogenannte Dünenwälder mit Eiche, Vogelbeere, Holunder und anderen Sträuchern. Die Bäume sind aufgrund der Nährstoffarmut jedoch oft klein und gedrungen.
Ältester Knochen eines Hundes in Westfalen - Eiszeit-Ausgrabungen an der Blätterhöhle gehen weiter
LFP Redaktion

Ältester Knochen eines Hundes in Westfalen - Eiszeit-Ausgrabungen an der Blätterhöhle gehen weiter

Hagen - Die Blätterhöhle in Hagen ist eine der wichtigsten Fundplätze für die Steinzeit in Nordrhein-Westfalen und weit darüber hinaus. Bei der aktuellen Grabung auf dem Vorplatz der Höhle drangen die Wissenschaftler des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und ihre Kooperationspartner tiefer in die Schichten aus dem Ende der letzten Eiszeit vor. Verschiedene neue Funde geben seltene Einblicke in die Umwelt und Lebensweise der Menschen vor über 11.500 Jahren. Dazu gehören Tierknochen mit Bearbeitungsspuren und Werkzeuge aus Feuerstein. Darüber hinaus könnte sich ein Knochenfund aus der späteiszeitlichen Schicht als der älteste in Westfalen gefundene Hund herausstellen. Die Funde der diesjährigen Kampagne geben Hinweise auf die Jagdgewohnheiten der Menschen und wie sie ihre Beute verarbeiteten. So sind auf dem Vorplatz der Höhle erstmals große Knochenfragmente von erlegten Tieren gefunden worden. Die Fragmente werden zur genauen Bestimmung an die Universität Köln gegeben. "Wir sind sehr gespannt zu erfahren, um welche Tierarten es sich handelt", zeigt sich Grabungsleiter Wolfgang Heuschen M.A. neugierig. "Da sich die Umwelt und mit ihr die Tierwelt am Ende der letzten Eiszeit sehr rasch wandelte, ist es sehr spannend, welche Beute die Menschen zu dieser Zeit hier gejagt haben." Auf den Knochenoberflächen konnten die Archäologen bei ersten Untersuchungen unter dem Mikroskop bereits Ritzungen entdecken. Der langjährige Projektleiter PDDr. Jörg Orschiedt konnte diese Spuren aufgrund ihrer Beschaffenheit als Schnittspuren identifizieren: "Die Ritzungen verlaufen charakteristisch V-förmig. Sie sind ein Beweis dafür, dass die Menschen die Tiere nach erfolgreicher Jagd an der Blätterhöhle mit Steinwerkzeugen zerlegt haben." Die Forscher haben darüber hinaus kleine Knochenfragmente gefunden. "Die Splitter weisen darauf hin, dass die Röhrenknochen aufgeschlagen wurden, um an das Knochenmark im Innern zu gelangen", erläutert Orschiedt. Weitere Hinweise über die damalige Jagd an der Blätterhöhle erhalten die Archäologen über die freigelegten Steingeräte. Auffällig ist, dass alle Rückenspitzen, aus Feuerstein gefertigte Pfeilspitzen, entweder fragmentiert oder beschädigt sind. Die Forscher schließen darauf, dass die Jäger die beschädigten Pfeile an der Blätterhöhle erneuert und dabei die defekten Spitzen zurückgelassen haben. Die Archäologen warten auch auf die derzeit laufenden Untersuchungen zu den Hunderesten, die 2017 gefunden worden. "Ein Schienbeinstück, dass aus den späteiszeitlichen Schichten des Vorplatzes stammt, könnte der bisher älteste Überrest eines Hundes in Westfalen sein" gibt sich Prof. Dr. Michael Baales von der LWL-Archäologie für Westfalen optimistisch. Das Stück wird aktuell in München genetisch untersucht und anschließend in Mannheim mit der sogenannten Radiokarbonmethode datiert. Noch bis zum Ende September ist das Grabungsteam im Rahmen einer Lehrgrabung im Gelände tätig. Das Team besteht aus 20 Studierenden der Ur- und Frühgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Für 2019 ist die nächste Grabungskampagne auf dem Vorplatz geplant. Da das Areal vor der Blätterhöhle jedoch für die Arbeiten zu klein wird, wird es sich um die vorerst letzte Grabung handeln. Danach werden die Archäologen die umfangreichen Grabungsdaten der vergangenen Jahre auswerten. Hintergrund Bereits zum vierten Mal führt die LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Olpe, mit Unterstützung der Stadt Hagen und des Arbeitskreises Kluterthöhle e.V., Grabungen vor und in der Blätterhöhle durch. Die Ausgrabungen werden von Prof. Dr. Michael Baales, dem Leiter der Außenstelle Olpe, koordiniert und von Wolfgang Heuschen M.A. vor Ort geleitet. Dabei arbeitet er eng mit dem langjährigen Forschungsleiter Dr. Jörg Orschiedt von den Reiss-Engelhorn-Museen / Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim zusammen. Nach den herausragenden Funden von jung- und mittelsteinzeitlichen menschlichen Überresten der vergangenen Jahre wurden die Ausgrabungen in diesem Jahr auch fortgesetzt, um noch weiter zurückreichende Erkenntnisse zu gewinnen.

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