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Rubrik: Kunst, Kultur & Musik

Meldung von: Ute Niehoff, LFP Redaktion
Rubrik: Kunst, Kultur & Musik

Kunstwerke aus "Passion Leidenschaft"

Lovis Corinths "Bacchanale" eröffnet die Serie zur Ausstellung "Passion Leidenschaft" (bis 14.2.) des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster. Lovis Corinth, Baccha-nale, 1896. © Landesmuseum Hannover / ARTOTHEK

Kunstwerke aus "Passion Leidenschaft"

Münster - Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster versammelt in der Ausstellung "Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle" (bis 14.2.) nationale wie internationale Kunst, die menschliche Emotionen verhandeln. Aufgrund der derzeitigen coronabedingten Schließung des Hauses möchte das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) einige Exponate medial wie digital vermitteln.

Das Gemälde "Bacchanale" (1896) von Lovis Corinth (1858-1925) zeigt eine Vielzahl nackter, tanzender Figuren auf einer Wiese. Der Titel weist auf die sogenannten Bacchanalien hin, also auf Feste, die in der römischen Antike zu Ehren des Wein- und Vegetationsgottes Bacchus - im Griechischen Dionysos -veranstaltet wurden. In Corinths "Bacchanale" ziehen elf monumentale Aktfiguren auf drei Gruppen verteilt frontal auf die Betrachtenden zu. In der Mitte des Bildes ist ein Pärchen zu sehen. Dieses besteht aus einem Jüngling, der rücklings auf der Blumenwiese liegt, und einer jungen Frau, die sich lachend über ihn beugt. Dabei verdreht sie dem Jüngling den Arm, tritt ihm auf die Rippen und versucht, ihn mit einer Rute zu schlagen.

Im Vergleich zur klassischen Darstellung von Bacchanalien fallen in Corinths Bearbeitung des Themas deutliche Unterschiede auf. Das sind die fast völlige Nacktheit der Figuren und vor allem das Fehlen von Musikinstrumenten und Gefäßen. Keine der Figuren trinkt, wenngleich die Darstellung auf Trunkenheit und Rausch hindeutet. Das Bild vereint aus-gelassenen Tanz, hysterische Trancezustände, sexuelle Triebkraft und einen anzüglichen Geschlechterkampf in seinem Zentrum.

1896 fertiggestellt, ist das Bild trotz des historischen Themas vor allem eine Kritik an der wilhelminischen Gesellschaft Münchens. Die Figuren befinden sich nicht in wilder Natur, sondern auf einer frisch gemähten Wiese. Die modernen Hochsteckfrisuren und die so gar nicht antik geschminkten Gesichter waren typisch für den Frauentypus des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Corinth kritisiert in dem Gemälde das dekadente und ausschweifende Leben seiner Zeit, indem er einen Stoff der Antike nutzt. Seinen Zeitgenossinnen bleibt die spitze Kritik aber nicht verborgen - die Folge ist ein Skandal, das Bild wird zunächst nicht ausgestellt.

Das Gemälde mit weiteren Erläuterungen ist im Digitorial® des LWL-Museums für Kunst und Kultur zu finden: https://passion-leidenschaft.lwl.org/